Sling-Training: fit ganz ohne Gym

himmeblau Redaktion

Uwe Kauntz in der Schlingen Plank. (Fotos: privat)


Solange die Sportstätten dicht sind muss man sich selbst um die eigene Fitness und Gesundheit kümmern. Mit dem Sling-Training gelingt das ganzheitlich – und ohne viel Ausrüstung.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ein gewisser Randy Hetrick in seiner Zeit bei den Spezialeinsatzkräften „Navy Seals“ eine TRainingsmethode kennenlernte, deren Potential für die breite Bevölkerung er sofort erkannte. Die Seals bewegten sich oft in unzugänglichen Gegenden, wo Fitness-Studios fern und Trainingsgeräte fehl am Platze waren. Mittels eines einfachen Schlingensystems, das man im Rucksack transportieren und fast überall anbringen kann, stählten sie ihre Körper trotzdem auf "Gardemaß".

Sling Training als echtes Ganzkörpertraining

Nach seiner Zeit bei den Seals entwickelte Randy Hetrick aus dem Schlingensystem der Seals den Sling Trainer. Er gründete ein Unternehmen, das "Gerät" und Methodik weltweit verbreitete – ob in Fitness-Studios, heimische Wohnzimmer oder zum Workout in der Natur.

Fürs Training im Freien wird die Sling einfach an einen stabilen Ast gehängt.


Wie funktioniert Sling Training?

Uwe Kauntz, zertifizierter Athletik- und Fitnesstrainer aus Kirchheim bei München, hat Tipps und Tricks für den Einstieg ins Sling Training (Suspension Training). Zunächst: Beim Sling Training hängen zwei breite Schlingen an den Enden eines Seils, das in der Mitte mit einer Aufhängung an einem festen Punkt (z. B. Haken, Ast, Klimmzugstange oder Spielplatzgerüst) fixiert wird.

Der Sportler steckt nun entweder seine Hände, Arme oder Füße in die Schlingen und kann so eine Vielzahl an Übungen mit dem eigenen Körpergewicht durchführen. "Dabei muss der Athlet sowohl gegen die Schwerkraft als auch gegen die Instabilität der Schlingen arbeiten, was das Schlingentraining überaus effektiv macht", sagt Kauntz.

Je nach Winkel zur Aufhängung kann der Sportler die Schwierigkeit stufenlos schwerer oder leichter einstellen. Dadurch können sowohl Sporteinsteiger als auch Profis ihren Körper flexibel trainieren. Selbst Olympiateilnehmer verwenden den Schlingentrainer regelmäßig und als willkommene Abwechslung, um ihren Körper ganzheitlich und ausgewogen zu trainieren, weiß Kauntz.

Abwechslung im winterlichen Training: mit der Sling an einem See.


Die Vorteile von Sling Training für das heimische Training

Er habe, so Kauntz, während des ersten Lockdowns mit vielen Trainingsgeräten experimentiert, doch die Vorteile des Sling Trainings seien schwer zu erreichen. Folgende sind zu nennen:

  1. Training immer und überall: "Ich habe in meinem Wohnzimmer einen Haken an der Decke angebracht, an den ich mit einem Karabiner in wenigen Sekunden den Sling Trainer befestigen und mit dem Training beginnen kann", sagt Kauntz. Doch selbst dieser Haken wäre nicht nötig, da im Lieferumfang der meisten Sling Trainer ein Türanker beinhaltet ist. Diesen kann man zwischen Türstock und die geschlossene Tür klemmen – schon ist der Sling Trainer einsatzbereit. Das Trainingsgerät lässt sich auf Dienstreisen mitnehmen. So kann man in jedem Hotelzimmer flexibel und zeitlich unabhängig trainieren, auch wenn das Hotel kein Fitnessstudio bietet. Auch beim Wandern oder Trailrunning bietet eine Sling Abwechslung.

  2. Training des gesamten Körpers möglich: Mit über zweihundert verschiedenen Übungen kann jeder Muskel und jede Muskelkette in stufenlosen Schwierigkeitsstufen trainiert werden. Es ist ganz egal, ob der Fokus auf Beinen, Gesäß, Oberkörper oder Armen liegt. Den Sportler*innen stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, um die gewünschten Muskelbereiche anzusprechen. Viele Läufer nutzen den Sling Trainer zum Beispiel nach ihren Laufeinheiten, um ein Stabilisationstraining für die Beine, das Gesäß und den Oberkörper durchzuführen. So  trainieren sie ausgewogen und vermeiden Verletzungen aufgrund von einseitigem Training.

  1. Platzsparend: Für das Sling Training reichen ca. 2 Meter freier Platz um die Aufhängung. Dadurch kann man auch in kleinen Räumen (wie Hotelzimmern) problemlos trainieren. Das extrem kleine Packmaß verbraucht im Koffer oder Schrank kaum wertvollen Stauraum.

  2. Günstiges Preis- Leistungsverhältnis: Ein Schlingentrainer kostet in einer einfachen Ausstattung nur wenige Euro, kann jedoch in der Luxusvariante mit Umlenkrolle mit Edelstahlkugellager bis zu zweihundert Euro zu Buche schlagen. Doch selbst die Luxusvariante hat ein unschlagbares Kosten-Nutzenverhältnis. Schließlich kann man mit diesem Trainingsgerät so flexibel trainieren, dass man keine weitere Ausstattung für das Home-Gym benötigt.

  3. Leicht erlernbar: Die Grundübungen des Schlingentrainings sind sehr leicht erlernbar. Der Profi rät trotzdem, zu Beginn einige Trainingsstunden mit einem ausgebildeten Coach zu verbringen, um Fehlhaltungen von Anfang an zu vermeiden. (Sollte kein Trainer zur Verfügung stehen, empfiehlt sich ein Spiegel. So kann man eventuelle Fehlhaltungen selbst erkennen und diese bei Bedarf korrigieren.

 

Welcher Sling Trainer passt zu mir?

Hast du Interesse, mit dieser Form des Trainings loszulegen, steht Dir Uwe Kauntz gerne als Ansprechpartner zu Verfügung. Auf seiner Website findest Du zahlreiche Übungen – sowie umfassende Testberichte über die gängigstenen Sling Trainer.

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