Kälte-Kick fürs Immunsystem

himmeblau Redaktion

Fotos: Andreas Jacob

Eisbaden kostet viel Überwindung. Doch es lohnt sich. Der Trend stärkt Wohlbefinden, Selbstvertrauen und das Immunsystem. Das beugt Erkältungen vor.

Sinkt die Temperatur der Luft ins Einstellige, treffen sich mehr und mehr hartgesottene Wasserratten an den heimischen Seen, um trotz eisiger Kälte ein Bad zu wagen. Was bei den meisten Menschen Bewunderung oder Unverständnis auslöst, gilt unter den Freunden des Eisbadens als Booster fürs Immunsystem. 

Eis- bzw. Winterbaden hat gerade in kalten Ländern wie Finnland oder Russland eine lange Tradition. Während es in Skandinavien häufig mit dem Gang in die Sauna verbunden wird, finden in Russland jedes Jahr am 19. Januar Gottesdienste im Freien statt. Dabei wird die Taufe Jesu gefeiert. Traditionell steigen Russinnen und Russen zu diesem Anlass ins eisige Wasser, um so das Gewissen zu reinigen und sich vor Krankheiten und bösen Geistern zu schützen.

In Europa hat vor allem der Niederländer Wim Hof einen kleinen Trend ausgelöst. In Deutschland soll es inzwischen mehrere Tausend Wagemutige geben, die Geist und Immunsystem im kalten Wasser stärke wollen. 


Warum ist Winterbaden gesund?

Mediziner haben festgestellt, dass Baden im eisigen Nass die Zahl der Leukotyzen im Blut erhöht. Die weißen Blutkörperchen schützen vor Infektionen und können Entzündungen hemmen. Sobald man ins kalte Wasser steigt, ziehen sich die Butgefäße zusammen. Der Körper leitet das Blut aus Armen und Beinen ins Körperinnere, um lebenswichtige Organe vor dem Kälteschock zu schützen. Steigt man aus dem Wasser, weiten sich die Gefäße wieder und das Blut zirkuliert "befreit auf". Der Wechsel zwische kalt und warm stärkt also die Durchblutung, stabilisiert den Kreislauf und hält die Blutgefäße gesund. Außerdem wird neben dem immunsystem auch der Stoffwechsel angeregt, was die Fettverbrennung ankurbelt.


Was gilt es zu beachten?

Um den Körper auf die Kälte vorzubereiten, empfiehlt es sich, beteits im Sommer mit Wechselduschen zu beginnen. Keinesfalls sollte man einfach "hoppladihopp" ins eisige Wasser hüpfen. Langsam und bedächtig lautet die Devise. Auf die ungewohnte Kälte reagieren viele Neulinge mit hektischer Schnappatmung. Versuchen sie, ruhig ein. und auszuatmen. Das stärkt den Kreislauf und lenkt die Konzentration von der Kälte weg. Tauchen sie nicht mit dem Kopf unter Wasser. Gehen sie nie allein zum Winterbaden, damit im Notfall Hilfe zur Stelle ist. 

Bleiben sie – gerade als Anfänger – nicht länger als wenige Minuten im Wasser. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten auf das Eisbaden verzichten. Sollten sie unsicher sein, fragen sie vrher ihren Arzt.  

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