Wohlklänge für Körper und Seele

Axel Effner

Fotos: KurGmbH

Die „Salzigen Festwochen“, der Kurgarten und die Philharmonie machen Bad Reichenhall zum begehrten Ausflugsziel.

Mit den „Salzigen Festwochen“ feiert die Alpenstadt Bad Reichenhall alljährlich im Juli ihre „salzigen Wurzeln“. In diesem Jahr sogar kombiniert mit einem Doppeljubiläum: dem Bau der Soleleitung von Berchtesgaden nach Bad Reichenhall vor 200 Jahren und dem 500. Geburtstag des ältesten aktiven Salzbergwerks Deutschlands in Berchtesgaden. Die Heilkraft der unter dem Ort sprudelnden Alpensole-Quellen nutzen Menschen seit 300 Jahren für Bäder und Inhalationen. Sie begründete im 19. Jahrhundert den Aufstieg zur mondänen Kurstadt, die sich seit 1900 sogar Bayerisches Staatsbad nennen darf. Wolfgang Amadeus Mozart, Bayerns König Maximilian II. und andere Prominente waren angetan von der Heilwirkung der Alpensole. Sie wirkt positiv auf die Regeneration des Bewegungsapparats, der Haut und der Atemwege und entspannt Stressgeplagte.

In Bad Reichenhall bietet die Wirkung der Alpensole ein Erlebnis mit vielerlei Facetten und Attraktionen. Die Alpenstadt ist deshalb als Ort für Ausflüge und Urlaubsaufenthalte sehr gefragt. Dem Ursprung der Alpensole kann man in der 1834 errichteten Alten Saline auf den Grund gehen, ein europäisches Industriedenkmal ersten Ranges.

Mit seiner imposanten Backsteinoptik, den beiden riesigen Wasserrädern mit 13 Metern Durchmesser und dem weitverzweigten unterirdischen System aus Stollen, geheimnisvollen Grotten und der Sole-Heilquelle bieten Führungen ein Abenteuer für die ganze Familie. Die Geschichte des „weißen Goldes“ wird im angeschlossenen neuen Salzmuseum erläutert. Nach dem Besuch in der „Unterwelt“ von Bad Reichenhall wirkt ein Spaziergang durch den 1868 angelegten Königlichen Kurgarten wahre Wunder. Umgeben von Prachtbauten früherer Zeit und vorbei an üppig blühenden Blumenbeeten kann man sich am Alpensole-Springbrunnen oder im Alpensole-Kneippbecken erfrischen, bevor mit dem Gradierhaus das größte Freiluftinhalatorium der Welt auf dem Programm steht. In den Wandelgängen des 160 Meter langen Holzgebäudes rieseln seit 1910 täglich bis zu 400.000 Liter fünfprozentiger Alpensole vorbei an tausenden Schwarzdornbündeln und reichern die Luft dabei mit salzhaltigen Aerosolen an. Die Luft riecht salzig, fast wie am Meer. Sie vitalisiert gerade im Sommer und erleichtert nicht nur Heuschnupfengeplagten spürbar das Atmen.

Zum besonderen Erlebnis für Einheimische und Gäste macht die Kurstadt das „weiße Gold“ bei den „Salzigen Festwochen“ im Juli. Zum Auftakt feiern Bürger und Gäste am 1. Juli beim Stadtfest. Ergänzend gibt die 1926 errichtete Neue Saline – heute der führende Salzanbieter in Deutschland – beim Tag der offenen Tür Einblick in die Welt des Bad Reichenhaller Markensalzes.

Die Reichenhaller Gastronomiebetriebe bieten passend dazu raffinierte Salzgerichte an. Zur Steigerung des Wohlbefindens kann man in der RupertusTherme in der Solegrotte schwebend Glücksgefühle auskosten oder bei Salzaufguss-Zeremonien und im Laist-Sole-Dampfbad inneren Ballast loswerden.

Zum besonderen Erlebnis wird der Besuch in Bad Reichenhall aber auch durch einen weiteren Superlativ, den die Alpenstadt zu bieten hat: das europaweit einzige Sinfonieorchester, das ganzjährig Kurkonzerte spielt. Seit 1846 ist es fester Bestandteil des Kurortes. Das Repertoire der Bad Reichenhaller Philharmonie reicht von Werken der Klassik mit Walzer und Operette über beschwingte Blasmusik bis hin zu Filmklassikern, Musicals und temperamentvoll swingendem Jazz. Mit Gastspielen bereichern die Musiker längst die ganze Region zwischen München und Salzburg. Die sommerlichen Open-Air-Konzerte im Königlichen Kurgarten begeistern die Gäste durch ihr einzigartiges Flair in einem Ambiete, dessen harmonischer Wohlklang auch die Seele berührt.

Höhepunkte sind in diesem Jahr am 15. Juli das Klassik-Open-Air „Der Thumsee brennt“, von 25. August bis 2. September das traditionsreiche Festival „AlpenKlassik“ sowie vom 15. bis 17. September die Johann- Strauß-Tage mit der Bad Reichenhaller Philharmonie. Gefragt sind auch die Wunschkonzerte der Philharmonie an 24 Samstagen. Besucher können inzwischen per Broschüre und Internet aus einem Stammrepertoire von 455 Werken auswählen.

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