Vom lebendigen Wasser

Eike Schlüter

Im sagenumwobenenen Bad Leonhardspfunzen haben sich die St. Leonhardsquellen zum Marktführer im Biowasser-Segment entwickelt.

Eigentlich war Johann Abfalter Immobilienspezialist und Bauträger. „Vom Wassergeschäft“, sagt der 72-Jährige heute rückblickend, „hatte ich keine Ahnung“. Als ihm 1995 ein marodes Betriebsgelände in einem Landschaftsschutzgebiet in Bad Leonhardspfunzen bei Rosenheim angeboten wurde, winkte er zunächst dankend ab. Doch dann begann der Unternehmer, sich näher mit dem Ort zu beschäftigen, der schon von den Römern und Kelten geschätzt wurde ­ und dann jahrhundertelang in Vergessenheit geriet. Der Sage nach entdeckte 1734 der von verschiedenen Leiden geplagte Cristoph Riel hier die Kraft der St. Leonhardsquelle. Zuvor war ihm der Heilige Leonhard im Traum erschienen und hatte ihm zum Genuss dieses besonderen Wassers geraten. Noch heute erzählen auf dem Gelände Wachsmodelle geheilter Gelenke, Holzkrücken und Votivtafeln von Gläubigen, die durch das Trinken des Wassers und das Wirken des Heiligen Leonhard geheilt worden sein sollen.  

Schnell hat Johann Abfalter die positive Wirkung des Wassers dann auch am eigenen Leib erfahren. Jahrelang litt er unter gesundheitlichen Problemen. Seine Gelenke und Bandscheiben schmerzten, die Bewegungsfähigkeit war stark eingeschränkt. Viele Ärzte wurden konsultiert, eine Operation schien unausweichlich. Doch auf Rat eines Freundes und Heilpraktikers trank Abfalter über einen längeren Zeitraum täglich zwei Liter Wasser aus der Quelle St. Leonhard – und sein Gesundheitszustand besserte sich merklich. 

Also kaufte der Geschäftsmann das Areal und wagte den mutigen Schritt auf den hart umkämpften Wassermarkt. „Begonnen haben wir hier mit einer alten Abfüllanlage, einem einzigen festen Mitarbeiter und 120.000 Flaschen pro Jahr. Das hieß viel mechanische Arbeit, gefüllt haben wir alle zwei Wochen, immer wieder stand die Anlage still und Ersatzteile waren schwer zu bekommen“, erinnert sich Abfalter.

Doch die Anfangsmühen haben sich längst gelohnt. Heute ist die St. Leonhardsquelle Marktführer im Biowasser-Segment – und wächst auch dank einer modernen Abfüllanlage stetig weiter. Geführt wird das Unternehmen mittlerweile von Johann Abfalters Kindern Martin Abfalter und Roswitha Abfalter-Karpat, insgesamt werden 36 Mitarbeiter beschäftigt.

Alle sind mit großer Überzeugung und viel Leidenschaft bei der Sache. Auch für Martin Abfalter sind die Quellen viel mehr als nur irgendein Wasser. Er spricht von „lebendigem Wasser“ und versteht darunter naturreine Tiefenwässer artesischen Ursprungs, die aus eigener Kraft – und damit reif – zutage treten. Dieses lebendige Wasser verfügt laut dem Juniorchef auch nach der Entnahme und schonenden Abfüllung über dieselben Eigenschaften, wie sie ursprünglich schon vor Hunderten von Jahren vorhanden waren. Um die natürliche hohe Qualität der Wässer zu erhalten, verzichte man so weit wie möglich auf eine Behandlung, wie zum Beispiel den Einsatz von Ozon. „Unser menschlicher Körper besteht zu sechzig bis siebzig Prozent aus Wasser. Das ist unser Lebensmittel Nummer 1. Da ist es doch wichtig, welches Wasser wir trinken“, unterstreicht Martin Abfalter. Längst wurden daher auch weitere Quellen erschlossen. Zunächst die Mondquelle, die Lichtquelle und die Sonnenquelle in Bad Leonhardspfunzen, dann auch die St. Georgsquelle. Acht Sorten aus fünf verschiedenen Quellen hat St. Leonhards somit derzeit im Sortiment, die allesamt in speziell entwickelten, hochwertigen Leichtglasflaschen abgefüllt werden. Von der Bergquelle St. Georgsquelle wird es ab Mitte Juli zusätzlich zur bisherigen stillen Variante auch eine Medium-Version geben. Obendrein werden aufgrund der großen Nachfrage dann auch erstmals 0,33-Liter-Flaschen angeboten. Alle Wässer sind in Biomärkten erhältlich, gerade hier in der Region aber auch oft im Getränkefachhandel.

Die Philosophie von gesunden, natürlichen Lebensmitteln hat die Abfalters längst auch dazu bewogen, einen zweiten Geschäftszweig aufzubauen: „StuZi“. Dabei handelt es sich um hochwertige Produkte aus Stutenmilch, die ausschließlich von der eigenen kleinen Pferdezucht auf dem idyllischen St. Leonhardshof bei Grabenstätt stammt, und verträglicher Ziegenmilch. „Stutenmilch ist kostbar“, betont Martin Abfalter. „Ihr zartes Aroma empfinden viele im Vergleich zu Kuhmilch als angenehmer. Außerdem kann sie besonders leicht verdaut werden und fördert durch ihre einzigartige Zusammensetzung sogar die Gesundheit.“ Grund genug für die Abfalters, dieses hochwertige Lebensmittel wieder zurück an den Esstisch zu holen. „In seiner ganzen Natürlichkeit und mit seinem vollen Geschmack. Als attraktive Alternative zur Kuhmilch und, in Kombination mit Ziegenmilch, als geschmacklich unvergleichlicher Stuzikäse oder als reine, unvergorene Frischmolke“, so Abfalter.

Das Unternehmen kennzeichnet alle seine Naturprodukte mit dem neuen unternehmenseigenen Qualitätssiegel „Mit der Natur im Reinen – St. Leonhards Qualität“. Der dem Siegel zugrunde liegende Kriterienkatalog fasst die bereits seit langem geltenden strengen Standards bei der Herstellung aller Erzeugnisse zusammen, soll Verbrauchern mehr Transparenz bieten und ist  unter www.st-leonhards.de abrufbar.

Auf gesunde Ernährung setzen die Abfalters selbstverständlich auch in ihren zwei Hotels: das Bio-Vitalhotel Falkenhof in Bad Füssing und das Landhotel Mauthäusl in Schneizlreuth. Die Gäste können hier sogar in eigens angeliefertem, lebendigen Wasser aus der St. Leonhardsquelle baden. Und mit der Natur im Reinen sein.

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