Vom Interior Designer zum Fischbauern

himmeblau Redaktion

Fotos: tirolfisch

Eigentlich ist Helmut Zaderer Experte für feine Textilien, edle Möbel und stylisches Design. Jetzt will sich der HOME INTERIOR-Chef auch mit Forelle, Saibling und Co. einen Namen machen. Sein innovatives Konzept: Frischer Fisch. Zu 100 Prozent aus Tirol.

Woher nehmen, wenn nicht stehlen? In Sachen Fisch stehen Hoteliers und Spitzengastronomen, aber auch qualitätsbewusste Hobbyköche immer wieder vor derselben Herausforderung. Denn frischer, regional gezogener Fisch ist kaum zu bekommen. Schon gar nicht in Mengen, die ein Restaurant oder Hotel benötigt. Das Unternehmerpaar Helmut Zaderer und Monika Kruselburger hat sich dieses Problems angenommen und schlägt mit ihrem Projekt „tirolfisch“ in eine Kerbe, die bis dato sich niemand zu füllen traute. Denn so trivial die Aufzucht und der Vertrieb von heimischen Frischfischarten auf den ersten Blick klingen mag, so detailreich sind die Herausforderungen, die diese Idee mit sich bringt. Doch Kruselburger und Zaderer haben – zunächst in echter Startup-Manier – Lösungen erarbeitet, die ein hundert Prozent regionales Produkt in absoluter Spitzenqualität in kürzester Zeit ressourcenschonend und in völlig wiederverwertbarer Verpackung zum Kunden bringt – bald online und unkompliziert via Web-shop. Seit Juni können die Fische auch im Hofladen im Tiroler Außerfern gekauft werden. Das idyllische Örtchen Lechaschau am beliebten Lechradweg hat sich binnen kürzester Zeit zur Pilgerstätte für Fischfans entwickelt.

Der Hofladen lockt nicht nur mit der ganzen köstlichen Bandbreite frischer Fische, sondern auch mit handgemachten Spezialitäten wie Aufstrichen, Fischsalaten und Geräuchertem. Wer mag, kann die fischigen Gaumenfreuden auch gleich vor Ort im Jausenstüberl verkosten.

Wer Helmut Zaderer kennt, weiß ganz genau, dass er in Sachen Qualität keine Kompromisse eingeht. Wie aber kommt ein Einrichtungsprofi auf die Idee, eine nachhaltige, regionale Fischzucht zu betreiben? Die Antwort liegt in einer lang gehegten Leidenschaft Zaderers: „Schon als Kind verbrachte ich jede freie Minute beim Fliegenfischen. Daraus erwuchs eine echte Passion für heimische Fische und der Wunsch, dieses wertvolle, gesunde Lebensmittel mehr Menschen zugänglich zu machen.“ Für die qualitative Aufzucht der Fische holt sich Zaderer Experten auf dem Gebiet ins Boot. Für die akribische Planung der Fischteichanlagen und Abläufe kümmert sich ein international renommierter Experte. Das ermöglicht beste Lebensbedingungen für die Fische.

Die Grundlage für das Konzept von tirolfisch ist kaltes, kristallklares Tiroler Quellwasser. Dort dürfen Forelle und Co. ein ruhiges, gesundes Leben führen, bis sie erst kurz vor dem Transport entnommen, sorgfältig verpackt und noch am selben Tag im tirolfisch-Kühltransporter auf dem Weg zum Kunden sind. Ein nachhaltiges Verpackungskonzept ist Teil des innovativen Gesamtpakets. Derzeit umfasst das Sortiment sechs heimische Fischarten: neben Regenbogenforelle, Lachsforelle, Bachforelle und Seeforelle bietet tirolfisch auch Bachsaibling und Seesaibling an. Die Fische gibt es im Ganzen und küchenfertig, als Filet, kalt oder warm geräuchert oder zart gebeizt.

Nach dem Hofladen in Lechaschau sind weitere Standorte und Verkaufsstellen geplant, auch das Online-Angebot wird laufend erweitert. Für Unternehmer Helmut Zaderer geht mit tirolfisch nicht nur ein lang gehegter Traum in Erfüllung, vielmehr folgt er einer Mission: „Weltweit geht uns zunehmend der Fisch aus. Anstatt auf teils mit Umweltgiften belasteten Tieren aus überfischten Meeren zurückzugreifen, möchten wir die Gastronomen dazu animieren, ihren Gästen vermehrt die erstklassigen heimischen Fischarten näherzubringen. Das tut nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Umwelt gut. Mit tirolfisch möchten wir unseren Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und regionaler Wertschöpfung auf unseren Tellern leisten.“

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