Traditionelle Handwerksbrauereien garantieren bierigen Hochgenuss

himmeblau Redaktion

Fotos: Andreas Jacob

Mit Vielfalt feiert die Ferienregion Inn-Salzach „500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot“.

Seit hunderten von Jahren wird in der Ferienregion Inn-Salzach Bier gebraut: Nach alten, überlieferten Rezepturen, mit besten Zutaten, viel Liebe zur Tradition und einigen ganz neuen Kniffen. Zwölf Brauereien gibt es in der Region, drei von ihnen holten bereits den „European Beer Star“ in ihre Heimat: In der einen brauen drei Frauen, in der anderen werden die Biere mit klassischer Musik beschallt. Was heute unter dem Trendthema „Craft Beer“ in aller Munde ist, gehört zwischen Inn und Salzach schon lange zum guten Ton. Bierliebhaber kommen auf geführten Radtouren, in wunderschön gelegenen Biergärten, auf Bier-Wallfahrten, bei Seminaren, Degustationen oder Festivitäten in den vollen Genuss.

Das Bierbrauen verfügt in der Ferienregion Inn-Salzach über eine lange Tradition: Über die Jahrhunderte hinweg gab es alleine in Burghausen mehr als zehn Brauereien und einen festen Bierpreis. Noch im 16. Jahrhundert galten die Bierbrauer als die reichsten Bürger der Stadt. Der Biersteuer ist es unter anderem zu verdanken, dass die Burg zu Burghausen – heute die längste Burg der Welt und ein einzigartiges Ausflugsziel – weiter ausgebaut werden konnte. Heute können interessierte Besucher sich in Burghausen auf die Spuren der ehemaligen Bier-Hauptstadt an der Salzach machen: Bei den Stadtführungen „Biergeschichten mit Pfiff“ samt anschließender Bierverkostung wird der Bogen von der Vergangenheit bis zur Gegenwart gespannt. Infos unter www.tourismus.burghausen.de.

Die zwölf Brauereien in der Ferienregion Inn-Salzach sind allesamt noch in Privatbesitz. Viele von ihnen gibt es seit dem 19. Jahrhundert und sie werden heute in der vierten oder fünften Generation geführt. Nicht selten entstehen in den kleinen Familienbrauereien verschiedene Biersorten – darunter Export Hell, Export Dunkel, Edel-Pils, Hefe-Weißbier, Märzenbier, alkoholfreie Biere, Fest-, Spezial- und Fastenbiere.

Das Besondere daran: Qualität geht vor Quantität! Anstatt großer Absatzmengen steht die Hochwertigkeit des Produktes im Vordergrund. Die Brauereien achten auf die Herkunft der Zutaten, die zu großen Teilen aus der Region stammen. Viele der Brauereien verfügen über eigene Tief- oder Arteserbrunnen, die ein Garant für beste Wasserqualität sind. Darüber hinaus werden viele Biere biologisch gebraut und sind international mehrfach ausgezeichnet.

Braumeister Wolfgang Alois Unertl aus Mühldorf am Inn gehört zu den ganz großen Weißbierbrauern der Welt: Feinschmecker wie Alfons Schuhbeck oder Gerd Käfer schwören auf das besondere Bier. Die Malze werden nach dem Sechs-Elemente-Prinzip gemischt, das energetisierte Quellwasser stammt aus dem hauseigenen Arteserbrunnen und die Brauerei wird mit klassischer Musik beschallt. Vor allem mit seiner Bio-Dinkel-Weissen sorgte die bio-zertifizierte Brauerei Unertl für Furore und gewann gleich vier Mal in Folge die Goldmedaille des „European Beer Star“. 

Die Familienbrauerei Erharting ist die letzte Brauerei in der Region, die das Malz noch in der eigenen Mälzerei herstellt; verarbeitet werden nur Gerste und Weizen aus eigenem kontrolliertem Anbau bzw. von Landwirten aus der nächsten Umgebung. Das Wasser stammt aus dem eigenen Brunnen. Eine weitere Besonderheit ist der Sommerkeller Erharting: Vom nahegelegenen Weiher wird im Winter Eis geerntet, das den Keller samt Bier den ganzen Sommer über kühlt und auch für die Statik des alten Kellergewölbes notwendig ist.

Weibliches Feingefühl beweisen die Braumeisterinnen vom Graminger Weißbräu in Altötting: Für die unfiltrierten Weißbierspezialitäten konnten die drei Schwestern schon dreimal den „European Beer Star“ in Gold nach Altötting holen. Das original Graminger Weißbier ist ein bernsteinfarbenes Hefeweißbier, das nach altem Rezept gebraut wird. Aus dem Jahr 1928 stammt der „Berggeist“, ein Starkbier, das nur zweimal jährlich gebraut wird.

Vielfach ausgezeichnet und mit zahlreichen Goldmedaillen prämiert sind die Bierspezialitäten des Müllerbräu Neuötting: Allein das „Neuöttinger Export“ ist mit 19 DLG-Medaillen ausgezeichnet, zudem holte man sich den „European Beer Star“ für „Doppelbock Hell“ (Gold) und „Hefeweizen Dunkel“ (Bronze). Eine Besonderheit ist die streng limitierte „Black Star Edition“, abgefüllt in 0,75-Liter-Flaschen: So etwa der Jahrtausendbock, wahlweise im Rum-, Sherry- oder Whiskey-Fass gereift oder das „India Ale Pale“. Zu den weiteren Spezialitäten der Brauerei zählen Bierlikör, Bierschokolade, Knuspermalz, Weißbiergelee oder Bockbierbrand.

Im Landschaftsschutzgebiet Mörnbachtal zwischen Altötting und Mühldorf am Inn befindet sich seit 1871 die Familienbrauerei „Bräu im Moos“ in Tüssling. In der vierten Generation werden hier zwölf verschiedene Biere gebraut – auf Pasteurisation wird zugunsten des Aromas verzichtet. Das Hefe-Weizen, das Pils und das Export Hell wurden 2015 mit der DLG Goldmedaille ausgezeichnet. Das Brauereimuseum liefert Einblicke in die Geschichte des alten Handwerks. Kostenlose Führungen sind gegen Voranmeldung möglich.

In der Brauerei Leidmann in Unterneukirchen werden seit 1932 nach handwerklichen Geschick Spezialitäten wie das „Birschal“, die „Hefe Weiße“, „Der weiße Bock“, die „Althaler Weiße Leichte“ oder „Leidmanns Original Burschenbier“ gebraut. Aus dem Weizenbockbier wird durch behutsame Destillation der Bierbrand „Der Weiße Bock“ hergestellt. Zweimal wurde der Edelbrand auf der Destillata in Wien mit „Gold“ ausgezeichnet.

Aus biologisch erzeugten Rohstoffen werden in der Brauerei Stierberg in Obertaufkirchen unter anderem das dunkle Stierberger Bio-Hochzeitsbier, das Export Hell sowie Eispils und Märzen gebraut. Seit 1908 gilt hier das Motto „Aus der Region, für die Region“. 

Die Brauerei Ametsbichler hat ihren Sitz auf dem Aschauer Hof in Aschau am Inn, der 1411 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird. Hier werden in der fünften Generation beste Bio-Biere –Aschauer Bio-Hell, Aschauer Bio-Dunkel und das Aschauer Bio-Spezial-Pils – gebraut. Das Wasser stammt aus dem hauseigenen, 125 Meter tiefen Brunnen. Das Brauereigebäude ist ein typischer Ithaka-Hof mit Kniestock und Fenstern im Giebel: Der Lagerkeller wurde im Jahr 1896 von italienischen Bauleuten in Handarbeit ausgeschaufelt.

Eine Besonderheit der Brauerei Berger in Reischach ist die handgeschmiedete Kupfersudhaube, die noch aus dem Gründungsjahr der Brauerei 1929 stammt. Die vierte Generation ist in der kleinen Landbrauerei am Start und verwöhnt Bierliebhaber mit drei verschiedenen Bieren, unter anderem dem außergewöhnlichen Märzenbier im Holzfass.

Mit der Burghauser Brauwerkstatt wird seit 2014 die uralte Bier- und Brautradition der Salzachstadt wieder belebt. Aus vielen Experimenten mit neuen und alten Bierrezepten haben drei junge Braumeister ein untergäriges Vollbier kreiert, das unter der Marke „Unser Burghauser“ verkauft wird. Die Nebenprodukte, die beim Brauen entstehen – wie Trebern und Hefe – werden u. a. zum Brotbacken verwendet.

Im Hell-Bräu Altötting werden in der fünften Generation typische Biersorten wie Weißbier, Weißbier Dunkel, Doppelbock oder Bayrisch Dunkel nach überlieferten Rezepturen gebraut. Darunter das Dult-Märzen, das hundert Tage gelagert wird, bevor es pünktlich zur Altöttinger Hofdult im Mai ausgeschenkt wird.

Biergärten gehören zu Bayern wie das Bier und die Brotzeit: Letztere darf in traditionellen Biergärten von zu Hause mitgenommen werden. Auch in der Ferienregion Inn-Salzach fällt die Wahl schwer: So zählt beispielsweise der Klostergasthof Raitenhaslach mit Kastaniengarten zu den schönsten Bayerns. Das klostereigene Bier wird nach wie vor nach dem Originalrezept gebraut. Weitere empfehlenswerte Biergärten sind der Landgasthof Leonberg in Marktl am Inn, das Graminger Weißbräu, der Sommerkeller Erharting, das Unertl Bräustüberl in Haag, das Gasthaus Engfurt, der Bräugasthof „Bräu im Moos“ sowie das „Gasthaus Holzen“ in Winhöring. Alle Biergärten der Region stehen im online-Biergartenführer. 


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