Schritt für Schritt Naturgenuss

Petra Rapp

Fotos: Petra Rapp/Andreas Jacob

Das Schneeschuhwandern wird immer beliebter. himmeblau sagt Ihnen, worauf Sie achten müssen.

Schneeschuhwandern ist wahrlich nicht neu, wird aber immer beliebter. Schon vor rund 3.000 Jahren hat das winterliche Gehen auf „großem Fuß“ den Menschen riesige, vorher unzugängliche Gebiete erschlossen. Die Konstruktionen aus Zweigen und Fellen unter den Lederschuhen der Jäger und Sammler von einst haben aber mit den modernen Wintersportgeräten von heute nicht mehr viel  gemein. Auch die Motivation ist eine andere. Wer sich zu Schneeschuhtouren aufmacht, sucht vor allem eins: Bewegung an der frischen Luft und Stille. Das sanfte Eintauchen in den Tiefschnee, abseits von allem Trubel, macht den großen Reiz dieser Wintersportart aus.

Mit Schneeschuhen kommt man im Winter an Orte, die man zu Fuß niemals erreichen würde. Wer nicht oder nicht mehr Skifahren kann, muss dank Schneeschuhen so nicht auf die Faszination der winterlichen Berge verzichten. Snowboarder nutzen die breiten Sohlen zudem auch als Aufstiegshilfe  zu Freeridegebieten.

Grundsätzlich gilt: Wer gehen kann, der kann auch Schneeschuhwandern. Die Technik ist einfach und schnell zu erlernen. Dazu kommt, dass praktisch jedes Schuhwerk in die Bindung passt. Zu empfehlen sind warme, wasserdichte, aber atmungsaktive und stabile Bergstiefel, die guten Halt geben. Ebenso Gamaschen, denn sie verhindern, dass von oben Schnee in den Schuh eindringt.

Was oft unterschätzt wird: Schneeschuhgehen mag vielleicht harmlos aussehen, es birgt aber die gleichen Gefahren wie andere Wintersportarten abseits der Piste. Besonders für ungeübte Wanderer ist es ratsam, sich einer geführten Tour anzuschließen oder einen Guide zu nehmen. Auf abgelegenen  Wegen kann man sonst die Orientierung verlieren. Speziell bei Ausflügen in höhere Gefilde besteht  zudem Lawinengefahr. Wer alleine loszieht, sollte sich vor jeder Wanderung unbedingt über das Wetter und den Lawinenlagebericht informieren, sowie die notwendige Sicherheitsausrüstung  dabei haben.

Bei dem Spaß im Schnee sollte man auch eines nicht vergessen: Die meisten Wildtiere wollen insbesondere im Winter nicht gestört werden. Gerade Schneeschuhgeher kommen häufig dorthin, wo Skitourengeher oder Wanderer nicht unterwegs sind. Halten Sie sich deshalb möglichst an Wege und meiden Sie bekannte Einstandsgebiete. Dann steht dem naturverträglichen Wandern auf großem Fuß nichts im Weg.

Was beim Schneeschuhkauf wichtig ist:

Schneeschuhe gibt es in vielerlei Varianten. Je nach Material und Ausstattung kosten sie zwischen 100 und 400 Euro. Holzmodelle sind inzwischen eher selten. Kunststoffmodelle mit meist geringerer Auflagefläche sind ideal für kleinere Touren. Schneeschuhe mit Aluminiumrahmen und Eiszacken hingegen eignen sich für Einsatz im harten und steilen Gelände. Hier die wichtigsten Kriterien, auf die man beim Kauf achten sollte:

1. Bindung: Das Bindungssystem sollte leicht zu bedienen und mit wenigen Handgriffen auch mit Handschuhen an jeden Winterstiefel anpassbar sein.

2. Riemen: Die Riemen sollten auch bei hohen Minusgraden noch biegsam sein und nicht vereisen.

3. Rahmen: Der Rahmen (hier aus Alu) sollte auch auf steilen Traversen festen Halt bieten.

4. Deck: Das Deck sollte schnee- und eisresistent sein. So wird auch bei lockerem Schnee das Einsinken auf ein Minimum reduziert. Eine Kunststoffbespannungfedert zudem jeden Schritt weich ab, da sie flexibel mit dem Rahmen vernietet ist.

5. Steigeisen: Mit zusätzlichen Krallen aus Edelstahl sind harte Eis- und Firn ächen ohne Probleme zu meistern.

6. Steighilfe: Für einfachere Aufstiege sind viele Schneeschuhe mit einer Steighilfe ausgerüstet: einfach hochklappen (funktioniert mit jedem Skistock) und die erhöhte Fersenposition ausnutzen.

7. Schaufel: Eine hochgebogene Schaufel erleichtert das Gehen in tiefem Schnee und das Nachziehen des Schneeschuhs.

Sonstige Ausrüstung:
Warme Bergschuhe, Rucksack, funktionelle Bekleidung samt Wetterschutz (Jacke, Überhose), Gamaschen, Handschuhe und Mütze, Sonnenschutz (Brille, Hut, Creme, Lippenstift), ausreichend zu Trinken, Brotzeit, Stirnlampe/Taschenlampe, Erste-Hilfe-Set, evtl. Biwaksack, Karte, Führer, Kompass und Höhenmesser, LVSGerät inkl. Batterien, Lawinenschaufel und-Sonde, Teleskop-Stöcke mit großen Tellern, Snowcard.

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