Nestwärme und Geborgenheit

Julia Schuster

Fotos: Josefine Unterhauser

In Zusammenarbeit mit dem Entwurfsatelier Helmut Schindler realisierte der Verein Benedetto-Menni-Nest den Traum von einem großen Haus in Aschau mit zwei Wohngemeinschaften für junge Menschen mit Behinderung.

„Wir wünschen uns ein Haus, in dem die Bewohner möglichst selbstständig und integriert in der Ortsgemeinschaft ein wertvolles Leben führen können“, heißt es auf der Webseite des Benedetto-Menni-Nests. Dieser Wunsch geht jetzt in Erfüllung. Der gemeinnützige Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, jungen Erwachsenen mit Behinderung ein ihren Bedürfnissen gerechtes Zuhause zu geben.

Gemeinsam mit dem Entwurfsatelier Helmut Schindler realisierte der Verein nun den Traum von einem Haus in Aschau im Chiemgau. Das „Nest“ beherbergt auf zwei Stockwerken zwei Wohngemeinschaften mit je sechs behindertengerechten Appartements. Im Dachgeschoss sollen drei Wohnungen für Pflegepersonal entstehen.

Zusätzlich stehen für die Bewohner großzügige Gemeinschaftsflächen für die Freizeitgestaltung, Sport, Therapien, eine Sonnenterrasse und ein Garten mit Teich zur Verfügung. Der Garten ist mit Hochbeeten so angelegt, dass auch Rollstuhlfahrer gärtnern können. Außerdem gibt es ein Therapiebad mit großer Badewanne samt Whirlpool, zwei Duschplätzen und Wärmebank. Dank eines speziellen Liftsystems wird die Nutzung auch schwerbehinderten Menschen ermöglicht. Zudem verfügt jede Wohngemeinschaft über eine eigene behindertengerechte Küche, um den Bewohnern ein eigenständiges Kochen und Backen zu ermöglichen.

Ziel des Projekts sind die Förderung der Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Inklusion. Das Nest soll seinen Bewohnern ein Zuhause und das Gefühl von Schutz und Geborgenheit bieten. Gleichzeitig soll aber jeder die Möglichkeit haben, auszufliegen. Die Lage am Ortsrand von Aschau ist dafür optimal. Die Bewohner können ohne Steigungen und auf ruhigen Nebenstraßen das Stadtzentrum in wenigen Minuten erreichen.

Das Entwurfsatelier Helmut Schindler setzte auf eine nachhaltige Bauweise. Das Niedrigenergiehaus wird mit Wärmepumpen aus Erdwärme beheizt. Mittels dieser fortschrittlichen Technik können Umweltressourcen geschont werden. Auf dem Dach des Hauses wurden außerdem Photovoltaikanlagen installiert.

Gegründet wurde der Verein von drei Chiemgauer Familien. Jede davon hat ein Kind mit Behinderung. Ebenso wie der Namenspatron – der italienische Pastor Benedetto Menni, der sich bereits im 19. Jahrhundert für eine würdevolle Behandlung von physisch und geistig Behinderten einsetzte – engagiert sich der Verein auch außerhalb des „Nests“ für die Bedürfnisse und Betreuung behinderter Menschen. „Schon vor vielen Jahren haben wir begonnen, uns Gedanken zu machen, was einmal aus unserem Sohn wird, wenn wir mal nicht mehr für ihn da sein können“, sagt Dietmar Klemens, Sprecher und einer der Gründer des Vereins. Aus diesem Grund entstand die Idee des Benedetto-Menni-Nests, das den jungen Erwachsenen ein wundervolles Zuhause bis ins hohe Alter ermöglichen soll, in der Nähe ihrer Familien.

Wollen Sie dieses soziale Projekt unterstützen? Hier finden Sie alle Infos.

www.benedetto-menni-nest.de

Zurück