Moderner Mundartsound mitten im Inntal

Das „Luegstock Festival": Der im Luegsteinsee aus der Taufe gehobene Geheimtipp.

himmeblau Redaktion

In und um Oberaudorf hat sich aus der alpenländischen Tradition heraus eine kreative Musikszene entwickelt, die Traditonen pflegt – sie aber auch ergänzt, verändert und weiterführt. Außerdem liegt dort der Luegsteinsee, ein Naturbad unterhalb der Luegsteinwand, das unverkrampft dem Zeitgeist angepaßt wurde, ohne die Bedürfnisse der Natur zu vernachlässigen. Eine Liegewiese, die Freestyle-Schanze, zwei Beachvolleyballfelder, ein Fußballplatz und eine große Wasserrutsche bieten Entspannung und Action. Jenes Gelände rund um den Luegsteinsee wurde auch früher schon hin und wieder für vereinzelte Konzerte genutzt – ehe es die Musiker von „Bavaro Beat“ für höhere Aufgaben auserkoren.

Diese natürliche Arena wäre doch ein idealer Platz, um die musikalische Vielfalt der Gegend einem breiteren Publikum vorzustellen und auch einigen Gastformationen eine Bühne zu bieten, dachten sich die Jungs um Korbinian Weber. Ein größeres Konzert wurde angedacht, mit heimischer Kultur, heimischen Produkten drumrum – es wurde ein kleines, feines Festival daraus: Das Luegstock Festival. 1.300 Musiknarrische tummelten sich auf der  Premiere 2011. Künstler und Bauern aus der Region verkauften in kleinen Ständchen ihre Waren und Werke, sportliche Einlagen von der Freestyle-Schanze begeisterten das Publikum und die Vielfalt der Musik riss die Besucher zu Beifalsstürmen hin. Keine Frage: Die Angelegenheit musste  fortgesetzt werden! Auch klar: da würde Arbeit dahinterstecken. Aber Oberaudorfer Burschen kennen da keine Gnade. Sie gründeten einen Verein, fanden viele Freiwillige Helfer, organisierten sich.

2012 lockte begeisterte Mundpropaganda noch mehr Menschen an. Das Festival behielt aber seinen Charme. Eine wachsende Gemeinschaft friedlich feiernder Genießer installierte sich, die die liebevollen Details schätzt, die familiäre Spielplatz- und Liegewiesenmentalität. Eine Gemeinschaft, die es dann am Abend richtig krachen läßt. Dem Luegstock Festival geht es nicht darum, ein Massenspektakel zu entfachen, der „Luegstock e. V.“ will Tradition, Moderne und gemütvolle Lebensart zu einer frischen, beglückenden Feierform verquicken. Diese Lebensweise und ein gesundes Wachstum pflegen die Veranstalter auch 2013 und stützen das Vorhaben mit musikalischen Schmankerl, die beim Lesen schon glustig machen. 

Das Audorfer Kinderorchester erwärmt die Herzen, die „Kieferbachindianer“ die Sinne. „Bavaro Beat“ sorgen für abstrakte Wortbilder und  spannende Heimatgrooves, „Django S.“ servieren frischen LeberSka mit scharfem Senf, die „Huaba Jacksons“ überzeugen mit Show, Spaß, einer  tollen Sängerin und starkem Sound. „Lenze & de Buam“ spielen Lieder voller Humor, Sehnsucht und skurriler Begebenheiten, gleichwohl eingängig, tanzbar wie vertrackt. „Woa`s mas“, ja, man weiß es, die bayrische Talentshow hat ihren Bayernrock bekannt gemacht, sie beweisen auch hier, was sie drauf haben. Die „Clubstas“ stehen für ausgefeilten Reggae, Rock und starke Texte, die Österreicher „Polly4President“ für Funk mit hervorragenden Musikern. Vier Exilamerikaner, die „Simeon Soul Charger“ sorgen für ein besonderes Farbtüpferl, ihr psychodelischer Sound ist flirrend, witzig, manchmal bombastisch, mit „Queen“, „Led Zeppelin“ und „ELO“-Anklängen.

Am 7. September heißt es ab 12 Uhr „Bühne frei“. Freilich werden auch wieder kunstvolle Handwerksartikel, ein artistisches Rahmenprogramm und eine breite Auswahl an delikaten Raffinessen und erfrischenden wie belebenden Getränken geboten. Pulsierende Kunst, frischer Genuß, echtes Lebensgefühl in bester Umgebung eben.

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