Mit vereinten Kräften

Christian Topel

Fotos: Christian Topel

Erst die Arbeit, dann das Fußballvergnügen: So arbeiten Stadt und Liga Hand in Hand, um einen reibungslosen Freizeitkick zu ermöglichen.

80 Sportvereine tummeln sich in Rosenheim, wie Christian Weiss, Leiter des Sachgebietes Sport und Freizeit im Schul- und Sportamt der Stadt weiß. Genau ein Zehntel davon kämpft in dieser Saison um die Meisterschaft in der himmeblau Freizeitliga. Anders als die herkömmlichen Verbands-Teams besitzen unsere Freizeitmannschaften natürlich nicht jeweils ein eigenes Stadion, Sportheim oder besitzen eigene Plätze. Die Spiele werden vielmehr in der Breitensportanlage in der Innflutmulde (an der Lortzingstraße) ausgetragen. 

Bereits 1980 sei die Anlage – heute bestehend aus vier Fußballfeldern, einem Bolzplatz sowie einem Umkleidegebäude mit zwei Kabinen, Duschen, WC und Materialraum – geschaffen worden, so Weiss, ursprünglich, um den Rosenheimer Fußballvereinen Trainings- und Spielplätze sowie Ausweichmöglichkeiten zu bieten. 137.000 DM hat die Innstadt damals in diese Sportplätze investiert.  

Das Umkleidegebäude, das auch als Gasregel- und Gasübergabestation dient, wurde 1986 von den Stadtwerken München und den Stadtwerken Rosenheim mit einem Kostenaufwand von 130.000 DM errichtet. Nachdem sich ab Mitte der 1980er Jahre ein ausgesprochen reger Freizeitfußballbereich in der Stadt etablierte, stellte die Stadt der früheren Hobbyliga und heutigen himmeblau Freizeitliga die Anlage zur Verfügung. Natürlich nicht exklusiv: Neben den Freizeitkickern nutzen die am Verbandsspielbetrieb teilnehmenden Fußballvereine FC Iliria Rosenheim und FC Bosnien-Herzegowina die Plätze 1 und 2 für ihren Spiel- und Trainingsbetrieb; seit drei Jahren trägt der „Munich Boys Cricket Club“, der größtenteils aus Rosenheimer Spielern besteht, ca. vier Heimspiele pro Saison auf Platz 4 aus; der Baseballabteilung des MTV Rosenheim dient die Anlage als Ausweichmöglichkeit, und auf Höhe des Treppenabgangs existiert eine in Abstimmung mit der Stadt auf private Initiative hin errichtete BMX-Fahrradstrecke. Die gesamte Rasensportfläche jedenfalls beträgt 25.500 Quadratmeter. Stellt sich die Frage: Wer kümmert sich da um die Platzpflege? 

Einen Platzwart gibt´s nicht.Vielmehr, erzählt Christian Weiss, übernehme der Sportplatzpflegetrupp der Stadtgärtnerei im Auftrag des Schul- und Sportamts die Hege und Pflege der Sportplätze (also Tätigkeiten wie Mähen oder Düngen). Die himmeblauen Freizeitkicker tragen darüber hinaus ihren Teil zu einem brauchbaren Untergrund bei. Mitte April versammeln sich traditionell Mitglieder aller Teams zu einer groß angelegten „Aufräum- und Aufforstungsaktion“. Da füllen die einen Löcher mit frischem Erdreich auf, andere düsen mit dem Kreidewagen über den Platz, wieder andere sammeln von spielenden Vierbeinern oder Wind und Wetter auf die Plätze getragene Äste ein. Zum ersten Spieltag präsentierte sich der Untergrund optimal. Von jetzt an heißt es beten, dass das Wetter keine Kapriolen schlägt. Denn den Namen „Innflutmulde“ trägt das Gelände nicht umsonst. Bei extremem Hochwasser herrscht hier buchstäblich Land unter...

Zurück