Mit jedem Schritt: sexy und fit

Ein Rhythmus, bei dem man mit muss: Der Fitnesstanz Zumba treibt Teilnehmern und Zuschauern den Schweiß auf die Stirn. Stillhalten ist jedenfalls unmöglich.

Christian Topel

Foto: Zumba® Fitness

Muss ja mitreißen, wenn es aus Südamerika stammt. Frauen (aber auch mehr und mehr Männer) feiern eine ausgelassene Party, bewegen sich zu lateinamerikanischen Rhythmen, ahmen die Tanzschritte der Trainerinnen nach und fördern wie nebenbei ihre Fitness. Das Prinzip entwickelte sich zu einer Welle, die der Legende nach aus Kolumbien über die ganze Welt schwappte. Ein Fitness-Trainer namens Beto Perez soll eines Tages in seinem Aerobic-Kurs die Musik vergessen haben. Kurzerhand packte er ein privates Mixtape aus und improvisierte damit den Unterricht – die Geburtsstunde von Zumba, dem derzeit wohl erfolgreichsten und trendigsten Tanz- und Fitnesstraining.

Wenn Julia Kiefl in der Bad Endorfer Fitness Alm den Sound aufdreht und auf der Bühne erste Schrittfolgen vorgibt, geht ein Ruck durch die Menge. Die Teilnehmerinnen lassen sich sofort von ihrer guten Laune und den fetzigen Klängen anstecken. Die Choreographie scheint unkompliziert, der Spaß im Vordergrund zu stehen. Und doch profitiere der Körper ungemein: Ein effektives Ganzkörpertraining sei so eine Zumba-Stunde, hatte die Trainerin vor der Stunde erklärt. Das kann Sascha Weber, Inhaber des Rosenheimer Squash- und Fitnesstowers, nur bestätigen. So werde der Körper in einem Zumba-Kurs durch den stetigen Wechsel von schnellen zu langsamen Rhythmen optimal geformt und gestrafft; gleichzeitig kurbele das Tanz-Workout die Fettverbrennung und den Kalorienverbrauch an.

Wenn man den Mädels und Kerls von Julias Kurs ins Gesicht sieht, dann scheinen auch die Glückshormone durchs gemeinsame Hüftkreisen gewaltig in Schwung zu kommen. Wohin man blickt: zwar schon nach wenigen Minuten verschwitzte, aber durchwegs lächelnde Gesichter – die fast frivol grinsen, als ihre Trainerin lauthals motiviert, ruhig ein wenig Sexappeal in die Moves zu legen. Aus den Boxen tönen Beats, die unweigerlich ins Blut gehen. „Auf geht´s, in der Disco könnt Ihr es doch auch!“, treibt Julia die Gruppe an. Links, rechts, Hüfte, Po – die Schritte stammen aus dem Salsa, dem Merengue, dazu Cumbia, Samba, ein bisschen Bauchtanz, Bhangra und Hip-Hop. Nur kurze Pausen unterbrechen den Bewegungsfluss. Ein Schlückchen Wasser, ein neuer Song, und weiter geht´s, von einer Toning-, über eine Kräftigungs- bis hin zur Cardio-Bewegung.

„Zumba beansprucht spielerisch alle größeren Muskelgruppen“, verspricht Sascha Weber. Dies verbessere die Ausdauer, die Beweglichkeit und nicht zuletzt die Koordinationsfähigkeit. Zudem stärke Zumba die Muskulatur und das Herz-Kreislauf-System, ergänzt der Lehrbeauftragte für Sport und Ernährung an der Hochschule Rosenheim. Also wieder etwas nur für junge Leute? Von wegen! Zumba-Programme gebe es für jede Altersstufe und für jeden Fitnessgrad, betont Trainerin Carina Obermaier. Zumbatomic-Kurse beispielsweise seien speziell für Kinder entwickelt worden und zeichneten sich durch besonders lebhafte, kinderfreundliche Choreographien sowie den modernen Musik-Mix aus Hip-Hop, Reggaeton und Cumbia aus. Zumba Gold dagegen gelte als die sanfte Alternative. Es richte sich explizit an aktive ältere Erwachsene oder an Zumba-Begeisterte mit  weniger Kondition.

Carina schließlich bietet winters im Rosenheimer Klepperbad, den Sommer über im Freibad der Innstadt eine weitere Variante an: Aqua-Zumba. Bei dieser „Pool-Party” tanzt man im Becken zu rhythmischer Musik und bewegt sich gegen den Widerstand des Wassers. „Das fordert den gesamten Körper effektiv heraus, schont dabei aber die Gelenke“, klärt Carina auf. Damit eigne sich Aqua-Zumba besonders für Menschen mit Gewichtsproblemen. Spätestens mit Zumba gehen den Tanzmuffeln also die Argumente aus...

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