Mit „Functional Fitness“ zurück zu den Wurzeln

Daniel Gärtner

Dr. Daniel Gärtner gibts Tipps für Functinal Fitness. (Foto: Privat)

Wer erinnert sich nicht an die Szenen des Kultfilms „Rocky IV“, in denen der Filmheld in der russischen Wildnis Bäume fällt, durch den Tiefschnee sprintet, Schlitten zieht oder Steine an einer Kette hoch wuchtet. Galt diese Art des Trainings lange als altmodisch, so erfährt das so genannte „Functional Fitness“ nun eine Renaissance. Immer mehr CrossFit-Studios schießen aus dem Boden und bieten ihre hoch intensiven WODs („Workouts of the day“) an. Anstatt an isolierten Fitnessmaschinen zu trainieren, werden Medizinbälle gegen die Wand geworfen, Autoreifen gezogen, wird auf Kästen gesprungen oder am Tau geklettert.

Vor- und Nachteile: Wie der Name bereits erkennen lässt, handelt es sich beim „Functional Fitness“ um ein, den natürlichen Bewegungen des Körpers angepasstes Training. Egal ob man dabei mit dem eigenen Körpergewicht oder mit Zusatzgeräten trainiert, muss sich der Körper bei fast allen Übungen ständig stabilisieren. Außerdem werden verschiedene motorische Formen wie etwa die Kombination aus Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination gleichzeitig trainiert und kombiniert. Die unsachgemäße Durchführung vieler Übungen birgt aber auch Gefahren. Gerade bei Stützübungen am Slingtrainer oder beim Schwingen der Kettlebells sind ein besonders ausgeprägtes Körpergefühl, Rumpfspannung und die richtige Technik nötig, um keine Verletzungen zu riskieren.

Fazit: Funktionelle Fitnessübungen sind für alle Sportler geeignet, die ihr gesamt-motorisches Leistungsniveau verbessern und dabei ihr koordinatives Muskelzusammenspiel fördern wollen. Die Übungen setzen jedoch ein ausreichend ausgebildetes Körpergefühl voraus und dürfen nur langsam gesteigert werden, da sonst langfristige Verletzungen entstehen können. Für Bodybuilder und fitnessorientierte Sportler, die hauptsächlich Muskelmasse aufbauen wollen, stellen funktionelle Übungen eine gute Ergänzung dar, ersetzen aber nicht das isolierte Training eines einzelnen Muskels.

Fünf nützliche Tipps für das „Functional Fitness“-Training: 

1. Steigern Sie ihre Trainingskomplexität langsam und allmählich. Beginnen Sie mit einfachen Übungen, ehe Sie sich an mehrgelenkige heranwagen.

2. Achten Sie bei allen Übungen auf eine permanent gehaltene Rumpfspannung durch ein Vorkippen des Beckens.

3. Kombinieren Sie Übungen für verschiedene Muskelgruppen in einem Workout und führen Sie diese mehrmals nacheinander durch, ähnlich wie in einem Zirkeltraining.

4. Sie müssen nicht unbedingt ins Fitnessstudio, sondern können funktionelle Übungen fast überall durchführen. Machen Sie zwischen einem Lauftraining an einen Baum Klimmzüge oder heben Baumstämme hoch, setzen Sie sich auf eine Parkbank und machen Liegestütze oder machen Sie Dips auf der Couch oder dem Wohnzimmertisch.

5. Trainieren Sie in der Gruppe mit Freunden und erstellen Sie sich Ihre eigenen Trainingseinheiten. Das sorgt für Spaß und die richtige Motivation.

Dr. Daniel Gärtner
Dr. Daniel Gärtner ist Sportwissenschaftler und Dozent an der TU München. Gesunde Kochrezepte sowie Trainingspläne gibt’s auf www.das-perfekte-workout.de. Er ist zudem in der TV-Sendung "Wahre Helden" auf vox zu sehen.

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