Mit dem E-Bike hoch hinaus

himmeblau Redaktion

Text/Fotos: Renate Brümmer, Burkhard Martens

Die einzigartige Kampenwandrunde imponiert mit vielen gemütlichen Almhütten und zauberhaften Aussichten.

Diese sonnige Tour mit einmaligen Aussichten auf den Chiemsee und nach Süden in die Bergwelt bis zum Alpenhauptkamm wird wohl jedem Biker gefallen. Allerdings müssen sich diese Aussichten mühsam erstrampelt werden, denn die Wege sind sehr steil. Viele gemütliche Almhütten laden zur Einkehr ein. Die Wanderung zum mächtigen Gipfelkreuz der Kampenwand ist ein besonderes Erlebnis.

Gestartet wird am Festhallenparkplatz in Aschau im Priental. Wir fahren zuerst zum Ortsteil Schlechtenberg. Dabei fahren wir auf Asphalt, guten Forstwegen und einfachen Wiesenwegen. Schon zu Beginn der Runde haben wir herrliche Blicke auf das Schloss Hohenaschau mit Zellerhorn und Zellerwand im Hintergrund. Diese Aussicht kann man auch vom Panoramabankerl, an dem wir vorbeifahren, bequem genießen. Im Ortsteil Kohlstatt biegen wir in den geteerten Forstweg ab, der uns durch den Lochgraben hinauf zur Maisalm führt. Es geht neben dem Bach sehr steil durch den Wald hinauf. Wir freuen uns, dass wir ein E-Bike haben und schalten die Unterstützungsstufe höher. Kurz vor der Maisalm geht der Weg in Schotter über und wird flacher. Auf den großen Wiesenflächen der Maisalm öffnet sich der Wald und ab jetzt haben wir schöne Blicke auf die Kampenwand. Der weitere Weg ist gut, hat aber an manchen Abschnitten wieder sehr steile Anstiege. Diese Stellen sind ebenfalls geteert. Bei der Schlechtenberger Kapelle kommen wir am Sonnenbankerl vorbei, das zur Pause einlädt. Doch bis zu weiteren Einkehrmöglichkeiten ist es nicht weit. Den Abzweig zum Liftstüberl erreichen wir, fahren aber weiter und haben bald den ersten Blick auf den Chiemsee.

Nach wenigen steilen Serpentinen erreichen wir schon die Gorialm und die Schlechtenbergalm, die sich beide herrlich für eine Pause eignen. Falls nicht, halten wir trotzdem kurz für einen Fotostopp an und genießen den Chiemseeblick. Die Steigung des Weges bis zur Steinlingalm ist jetzt angenehm. Die Steinlingalm mit Kapelle liegt idyllisch am Fuße der Felswände der Kampenwand und bietet eine beeindruckende Aussicht ins Flachland mit dem Chiemsee und auf die Kampenwand. Hier ist deutlich mehr los als auf der Gori- und Schlechtenbergalm, da die Bergstation der Kampenwandseilbahn nur einen Katzensprung entfernt liegt und über einen recht flachen Panoramaweg erreichbar ist. Hier befindet sich auch der Ausgangspunkt für die Wanderung zum Gipfelkreuz. 

Auf dem Panoramaweg geht es nach unserer Wanderung weiter Richtung Sonnenalm und Bergstation. Der Name Panoramaweg ist genau richtig gewählt, denn die Fernsicht über den Chiemgau mit Chiemsee und Simssee ist gewaltig. Der Weg ist recht flach, wir müssen aber auf die vielen Fußgänger und Wanderer achten, die vor allem am Wochenende und zur Ferienzeit diesen Weg in großer Zahl benutzen. An dem steinernen Aussichtspunkt westlich der Sonnenalm bekommen wir zwar den Chiemsee nicht mehr zu sehen, dafür haben wir aber eine gute Aussicht nach Süden bis zum Alpenhauptkamm. Zwischen der Sonnenalm und der Bergstation geht rechts der Weg für alle abenteuerlustigen Biker hinunter zur Gorialm. Alle anderen fahren den gleichen Weg wieder zurück und können nochmals bei der Rückfahrt die einmalige Aussicht bewundern. Etwa 400 Meter nach dem Abzweig vom Liftstüberl fahren wir links in einen Wiesentrail, der uns direkt nach Aschau zum Parkplatz bringt. Der Weg ist an manchen Stellen recht holprig, steinig und sehr steil. Weniger geübte Biker werden hier größere Streckenabschnitte schieben müssen, oder sie wählen besser den gesamten Rückweg entsprechend der Auffahrt.

Variante für Trailbiker: Abenteuerlustige Biker können zwischen Sonnenalm und Bergstation rechts den zu Beginn guten Forstweg bergab bis zur Gorialm folgen. Der Weg führt vorbei an der Möslarnalm und wird im Anschluss zu einem Karrenweg und Trail. Stufen und ausgewaschene Abschnitte mit starkem Gefälle zwingen eventuell auch geübte Biker an einigen Stellen zum Absteigen.

Viele Trailbiker werden nun von der Gorialm rund 20 Höhenmeter hinauffahren und hinter der Schlechtenberg-alm links in den Reitweg einbiegen und diesen Trail ebenfalls mitnehmen. Hinter dem Liftstüberl wird wieder die Hauptroute erreicht.

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von Renate Brümmer und Burkhard Martens
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ISBN 978-3-00-064714-7, [D/A] 29,95 €, www.emtb-führer.de

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