Mit dem Bike auf die Aussichtsterrasse

Der Hochfelln lockt Biker ebenso wie Wanderer und Naturliebhaber. Am Gipfel werden sie alle reichlich belohnt.

Christian Topel

Foto: Markus Wössner

Er ist wohl der vielschichtigste Berg der Chiemgauer Alpen: der 1.674 Meter hohe Hochfelln, der die markante Kampenwand um fünf Meter in der Spitze toppt. Die Hochfelln-Seilbahn, die 2011 das 40-jährige Jubiläum in ihrer recht turbulenten Dienstphase feierte, macht den Berg seither zum leicht erreichbaren Tummelplatz für Naturliebhaber, Sportler, Genießer und Rastlose gleichermaßen. Hier finden sich alle ein: Bergläufer von internationalem Format; Biker, die den Berg aus vier verschiedenen Richtungen bis zu den Bründlingalmen ansteuern können; Paraglider, Drachenflieger und natürlich Wanderer im Sommer. Und dann die Boarder und Ski-Enthusiasten, die an der Nordseite des ‘Felln ein Naturschneeparadies der Extraklasse vorfinden.

Im Winter 1971 fand sich der erste prominente Gast am Hochfelln ein, der Berg und Bahn gleichermaßen bekannt machte: an der Seite der damaligen Miss Bayern  stapfte ein kleiner Elefant durch den Gipfelschnee und löste europaweit staunendes Echo aus, was dem Luftkurort Bergen eine prächtige Resonanz einbrachte. Bis heute gibt es eine Vielzahl gelungener PRAktionen. Manches war mystisch, einmalig und ungeklärt – etwa, als es Magier Uri Geller gelang, die Bahn kurzerhand zu stoppen – manches ist dauerhaft, wie der Faschingscontest „Waterslide“, bei dem meist spärlich bekleidete, kostümierte und kälte-unerschrockene Wassersurfer  versuchen, ein Eiswasserbecken bestmöglich längs zu queren.

Ein einziges Mal bisher versuchten sich auch die Mountainbiker an den winterlich vereisten Pisten auf Wettbewerbsbasis, als mit Schanze, Anlegern und Tiefschnee-Slaloms ein kurzlebiger Parcours für geschickte Downhill-Biker geschaffen wurde. So wichtig diese Winter-Aktionen für den Berg insgesamt sein mögen, der Radsportler begeistert sich hier freilich mehr am Sommer. Von Ruhpolding, über Maria Eck, aus dem Tal der Weißache heraus oder direkt ab Bergen selbst schraubt man sich abwechslungsreich Meter für Meter empor, um einen herrlichen Fernblick auf den nahen Chiemsee aufzusaugen. Die Gipfelblicke am Top bis in die Zentralalpen lassen ohnehin staunen. Und wer behutsam auf die feinen Dinge im unmittelbaren Blickfeld achtet, kann entdecken, wie die Entstehungsgeschichte der Alpen, des Chiemsees und des ‘Fellns gleichermaßen ihren Lauf nahm. Dies auf 22 Tafeln eines geologischen Rundpfades, der jeden einlädt, sich näher mit  dem Voralpenland zu beschäftigen.

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