„Ma sogt ja nix, ma redt ja bloß“

Julia Schuster

Foto: Schmidbauer-Film

Ab dem 5. Oktober läuft die Heimatkomödie „Austreten“ in den bayerischen Kinos.

Weil der bayerische Ministerpräsident Reitmayer auf einer Pressekonferenz vom „Austreten“ spricht, entstehen im gleichnamigen Kinofilm heiße Diskussionen um die Frage, ob Bayern sich tatsächlich von der Bundesrepublik abspalten soll. Um dem Medien-Hype zu entkommen, flieht Reitmayer aufs Land. Um die Bevölkerung zu beruhigen, muss er aber zurück in die Öffentlichkeit. Also machen sich seine Kinder Kathi und Martl auf die Suche nach dem abgetauchten Vater – quer durch Bayern.

Gedreht wurde der Film größtenteils im Chiemgau. Einheimische werden sicher einige der Drehorte in Prien und Gstadt, aber auch in Rosenheim und München wiedererkennen.

Nach ihrem Überraschungserfolg „Hinterdupfing“ im Jahr 2014 ist „Austreten“ die aktuelle Produktion von Schmidbauer-Film, einem kleinen Familienunternehmen vom Chiemsee. Trotz eines eher kleinen Budgets hat es das junge Team geschafft, einen vielversprechenden Film zu verwirklichen.

Viele bekannte bayerische Schauspieler wirkten bei der Heimatkomödie mit. So auch der ehemalige „Rosenheim-Cop“ Markus Böker als Ministerpräsident Reitmayer. Dieser flüchtet im Film zu zwei Mühlenbesitzern, gespielt von dem Rosenheimer Kabarettisten Eisi Gulp und Hubert (Hubbsi) Schlemer. „Dreharbeiten im Chiemgau fühlen sich immer an wie Urlaub“, sagt Markus Böker. Die Filmmusik stammt von der bayerischen Kultband Deschowieda.

Geplant war ursprünglich auch eine Interview-Szene vor Schloss Herrenchiemsee, doch aufgrund Unstimmigkeiten mit der Bayerischen Schlösserverwaltung musste die Szene schließlich auf einem Boot in Ufernähe gedreht werden. Das Schlösserverwaltungsproblem wurde kurzerhand in die Handlung des Films übernommen. Das Fernsehinterview-Team wird im Film vom Schlossvorsteher aufgegriffen und verscheucht. „Erst waren wir wütend, dass die Drehgenehmigung für ein zehnsekündiges Bild 1000 Euro Motivmiete gekostet hätte, aber im Nachhinein haben wir mit unserer Alternativ-Szene nun sogar dazugewonnen. Geld gespart und ein Gag mehr im Film“, erzählt Tanja Schmidbauer, die im Film die Rolle der Kathi Reitmayer übernimmt.

Für den Film wurde außerdem ein Kurierfahrzeug benötigt. „Wir haben sämtliche Autohändler in der Region nach Gebrauchtwägen abgeklappert, aber schlussendlich haben wir supernette Leute aus dem Bekanntenkreis getroffen, die uns ihr Auto zur Verfügung gestellt haben“, so Schmidbauer. Dieses wurde foliert und zum „SchäffXpress“ gemacht. Nach Drehschluss bekam der Besitzer das weiße Kurierfahrzeug zurück. Dieser fand Gefallen an den Folien und ließ sie dran. „Und so kommt uns des öfteren noch unser ,SchäffXpress‘ auf den Straßen entgegen – ein Kurierdienst, den es nur in ,Austreten‘ gibt“, freut sich Schmidbauer.

„Austreten“ startet am 5. Oktober in den bayerischen Kinos. Hier geht's zum Trailer.

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