Kristallener Kosmos

Christian Topel

Foto: Swarovski

Im Spannungsfeld zwischen „visueller Poesie und Wissenschaft“ inszeniert Arik Levy seine Installationen, die eine der 14 Wunderkammern der Swarovski Kristallwelten besiedeln.

„Transparente Opazität“ – unter dieser Überschrift fasst der israelische Designer Arik Levy seine glänzenden Interpretationen zweier scheinbar widersprüchlicher Eigenschaften von Kristall zusammen: durchsichtig, doch undurchdringlich erweisen sich die Strukturen jenes glattgeschliffenen Materials, dem sich die Kristallwelten im tirolerischen Wattens auf so unnachahmliche Weise widmen. Auf 8.500 Quadratmeter erstreckt sich die von dem Multimediakünstler André Heller entworfene, durch und durch funkelnde Fantasiewelt. Und Levy, der schon weltweit Bühnenbilder, Installationen, Skulpturen, Möbel oder ganze Ausstellungskonzepte entworfen hat, stellt jetzt in einem eigenen Raum das wilde, doch gleichzeitig streng geordnete Wachstum kristalliner Gebilde zur Schau.

Aus Kristall, Marmor und Stahl sowie als 3D-Drucke aus Kunststoff glitzern die unterschiedlichsten Gebilde, die Levy in einer Zwischenwelt zwischen Mikro- und Makrokosmos, zwischen Natürlich- und Künstlichkeit anordnet. So strahlt der Raum in seinem gleißenden Weiß eine nahezu klinische Reinheit aus, konterkariert von wenigen schwarzen Elementen, farbigen Bildern und der Möglichkeit, als Besucher in Interaktion mit den Objekten treten zu können. Hierzu hat Levy einen Bildschirm installiert, der kristalline, grafische Muster zeigt, die sich stetig verändern – je nachdem, wie viele Menschen davorstehen und welche Bewegungen sie vollführen.

Ihn habe einerseits Swarovskis technische Meisterschaft und Präzision bei der Herstellung von Kristallen inspiriert, andererseits der sozusagen „demokratische“ Ansatz der Kristallwelten, Kunst und Kristall über die sinnliche Erfahrung zugänglich zu machen, erklärte der in Paris lebende Künstler anlässlich der Ausstellungseröffnung. Die greift übrigens auch auf andere Bereiche des „Riesen“ über: Während des von 22. bis 24. November erstmals stattfindenden Musikfestivals „fmRiese“ wird ein Film zu sehen sein, der auf der interaktiven elektronischen Arbeit von Arik Levy und Leon Milo basiert – ein weiterer Verweis auf die vielen Facetten von Levys künstlerischer Arbeit. Im Rahmen des Festivals, das sich der elektronischen und experimentellen Musik heutiger Zeit widmet, tritt Levys Kunst in Verbindung mit Musik, Bühne, den ausführenden Künstlern und nicht zuletzt den Besuchern des Festivals.

Zurück