Kommt Zeit, kommt Rad

himmeblau Redaktion

Im Karwendeltal
Text/Fotos: Renate Brümmer, Burkhard Martens

Das Karwendelgebirge lockt mit traumhaften Naturkulissen und eignet sich ideal für eine E-Bike-Rundtour.

Diese landschaftlich außergewöhnliche Rundtour führt über zwei Pässe durch die gewaltige Bergwelt des Karwendels. Wir genießen die Berglandschaft mit ihren steilen Felswänden und plätschernden Wildbächen. Die Forstwege sind überwiegend gut bis sehr gut, nur die Auffahrt vom kleinen Ahornboden zum Karwendelhaus ist zum Teil grob schottrig.

Vom Ausgangspunkt fahren wir zurück ins Zentrum von Scharnitz, überqueren die Hauptstraße und fahren westlich der Isar über den Riedboden in schöner Landschaft nach Mittenwald. Dabei ist rechts die mächtige Westliche Karwendelspitze und links das nicht weniger imposante Wettersteinmassiv zu sehen. Durch Mittenwald folgen wir dem Radweg am Isarufer entlang. An der Edelweißkaserne vorbei und dann im Wald bergauf folgen wir den Schildern Vereineralm. Kurz nach dem Pass erreichen wir die Vereineralm und stärken uns bei einer Brotzeit und Getränken. Der imposante Blick geht nach Norden zur pyramidenartigen Soiernspitze und im Süden thront der Wörner. Bereits im 16. Jahrhundert stand hier schon ein Almgebäude.

Weiter geht es bergab zur Furt über den Sandbach. Achtung: nicht vorbeifahren, denn der Forstweg endet für Biker in einer Sackgasse. Hier, an der Grenze zu Österreich, queren wir barfuß den Sandbach. Das Bike muss kurz geschoben und über ein paar größere Steine getragen werden. Gleich an der Furt geht ein kurzer, holpriger und steiler Stich hinauf und schon sind wir wieder auf einem sehr guten Forstweg, der uns nach Hinterriß führt.

Beste Tourenzeit: Juni bis Oktober

Hier ist das Panorama wirklich gigantisch. Im Osten der Schafreiter mit der Tölzer Hütte, im Süden die Gleirsch-Halltalkette, eine der vier gewaltigen Ketten des Karwendels. Links vom Johannestal, welches die Radlroute zur Falkenhütte ist, fällt die imposante Falkenkette auf. Wer Strom benötigt oder einkehren möchte, kann dies im Gasthof zur Post in Hinterriß machen. Außerdem lohnt sich in Hinterriß ein Besuch des Karwendel Informationszentrums.

Unsere Tour verläuft jetzt einige Kilometer auf der Mautstraße in die Eng, bevor wir am „Parkplatz 4“ rechts abbiegen, den Rißbach queren und der Beschilderung Falkenhütte-Mountainbikestrecke folgen. Dieser Beschilderung folgen wir auf einem guten Forstweg, bis wir an einem Abzweig der Beschilderung zum kleinen Ahornboden folgen. Links begleitet uns das Bergmassiv der Falkengruppe.

Am Hermann-von-Barth-Denkmal erreichen wir den schönen Ahornboden mit seinen knorrigen Bergahornbäumen. Hier gibt es einen Brunnen mit Trinkwasser und die schöne Landschaft lädt zum Verweilen ein. Weiter geht es auf einem etwas groben Schotterweg bis zum Hochalmsattel und kurz danach auf einem kurzen Stichweg zum bikerfreundlichen Karwendelhaus. Vor der Tür stehen meist schon etliche Mountainbikes, in den letzten Jahren auch immer mehr E-Bikes. Aus dem Kellerfenster ragt eine Mehrfachsteckdose zum Akku laden und eine Pressluftlanze zum Reifen auffüllen. Ab jetzt geht es fast nur noch bergab. Zuerst recht steil und dann über viele Kilometer sehr flach entlang des wunderschönen Karwendelbachs. Beeindruckende Sichten auf Fluss und Berge begleiten uns bis zum Ausgangspunkt.

Hike-Tipp: Der Weg zur Birkkarspitze auf 2.774 Meter fängt hinter dem Winterraum des Karwendelhauses an. Er ist ausgeschildert und anfangs und am Ende mit einem Seil abgesichert. Der Steig durch das Schlauchkar ist lang und anstrengend. Im oberen Teil wird es dann sehr steil und kiesig. Man benötigt eine gute Trittsicherheit. Im Sattel zwischen Ödkarspitze und Birkkarspitze steht auf der Südseite eine offene Biwakschachtel. Nun sind es nur noch wenige Höhenmeter seilversichert zum Gipfel. Das Panorama sucht seinesgleichen, es ist atemberaubend. Die meisten übernachten am Karwendelhaus und steigen in der Früh auf. Wer ein Gipfelbiwak machen möchte findet eine Steinmulde als Windschutz vor. Dann reicht es vier Stunden vor Sonnenuntergang loszugehen.

Kleiner Ahornbogen mit Blick auf die Laliderer Wände

Diese Tour ist ein Tipp aus dem Buch: Der EMTB-Führer von Renate Brümmer und Burkhard Martens

Dieser E-Mountainbike-Führer ist speziell für E-Biker ausgelegt, die Wert auf Naturerlebnisse in herausragender Berglandschaft, in Kombination mit der Einkehr in einer urigen Berghütte legen und dabei auf guten Forstwegen fahren möchten. In sorgfältig ausgewählten Touren werden die Bike-Highlights der Regionen zwischen Füssen und Kufstein vorgestellt.
ISBN 978-3-00-058632-3, [D/A] 29,95 €
www.emtb-fuehrer.com

Zurück