Kampf dem Bauchspeck: Ohne Fleiß kein Preis!

Daniel Gärtner

Kampf dem Bauchspeck: Ohne Fleiß kein Preis!

Der Bauch ist so ziemlich die unbeliebteste Stelle, an der sich überschüssige Pfunde ansammeln können. Anders als beispielsweise für das „Hüftgold“ gibt es für den Bauchspeck kaum freundliche Bezeichnungen. Dafür ist er Ziel besonders vieler Heilsversprechen. So sollen teure „Saunagürtel“ bei bis zu 60 °C den Stoffwechsel in der Bauchregion anregen und das Fett zum Schmelzen bringen. „Bauchmuskelgürtel“ wiederum senden schwache elektrische Impulse und stimulieren damit die Bauchmuskeln, was angeblich einen ähnlichen Effekt hat wie eine Übungseinheit Situps.

All das ist Augenwischerei, denn aus sportwissenschaftlicher Sicht gibt es nur drei Wege, Fett zu verlieren: Erstens weniger essen, zweitens mehr Kalorien verbrauchen und drittens: keinen „Schrott“ essen! Und selbst dann lässt sich der Körper kaum vorschreiben, an welchen Stellen er abnimmt. Das ist vor allem genetisch programmiert: Bei Frauen vor der Menopause lagern sich überschüssige Pfunde hauptsächlich an Po und Hüften an, bei Frauen über 50 und bei Männern größtenteils am Bauch. Und wer dauerhaft etwas dagegen tun will, muss es für immer und lebenslänglich machen.

Ein wichtiger Faktor dabei ist Bewegung und Sport. Allerdings bringt körperliche Aktivität allein nicht allzu viel. Eine Stunde Laufen verbrennt ca. 500 Kalorien. In einem Kilo Körperfett stecken aber 9.000 Kalorien. Bewegung ist vor allem deshalb hilfreich, weil sie die Muskelbildung fördert. Muskelzellen haben einen besonders hohen Energiebedarf. Denn in ihnen stecken die Mitochondrien, die „Kraftwerke der Zellen“. Sportler, die regelmäßig Krafttraining machen, haben davon mehr als Pantoffelhelden. Deshalb haben Sportler auch im Ruhezustand einen deutlich höheren Energieumsatz. Und das ist das, was auf Dauer wirklich etwas bringt. Muskeln sind also beim Fettabbau wahre Fettkiller.

Um aber schnell an die Fettreserven zu gelangen, ist eine Mischung aus Ausdauertraining wie Laufen, Radeln, Skaten oder auch Cardio-Kursen im Studio sowie Krafttraining und Workouts für die Bauchmuskeln sinnvoll. Schweizer Forscher haben aufgezeigt, dass nach einem intensiven Bauchworkout der sogenannte ‚Nachbrenneffekt‘ für einen höheren Energieverbrauch an den betroffenen Stellen sorgen kann. So wird beispielsweise die Bauchregion nach intensiven Workouts besser durchblutet und hat der Schweizer Studie zufolge einen höheren Energieverbrauch, um das belastete Muskelgewebe zu regenerieren.

Dazu kommt, dass Bauchfett besonders stoffwechselaktiv ist. Wenn der Körper Energie benötigt, zapft er meist als erstes diese Quelle an. Das gilt allerdings vor allem für kurzfristig angelagertes Bauchfett, langfristig gespeichertes Fett lässt sich deutlich schwerer abschmelzen. Um beim Abnehmen keine wertvolle Muskelmasse zu verlieren, ist es wichtig, ausreichend hochwertiges Protein (Fisch, Hühnchen, Kichererbsen, Magerquark, Hülsenfrüchte), komplexe Kohlenhydrate (Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Vollkornreis) und vorwiegend mehrfach ungesättigte Fette (Olivenöl, Fischöl, Leinsamenöl) auf den Speiseplan zu nehmen. Außerdem nimmt der, der sich ausgewogen ernährt, sowieso weniger zu sich als er verbraucht. Und wer darüber hinaus in der Woche vier bis sechs Mal trainiert, der sieht schnell Erfolge. Was jedoch nicht klappt, sind „Pseudo-Programme“, die mit drei Mal zehn Minuten pro Woche wahre Wunder versprechen. Hier muss man ganz ehrlich sein – ohne Fleiß kein Preis!

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