Grillt nicht, gibts nicht!

himmeblau Redaktion

Fotos: Rudolf Klasna

Wenn alle Strähnchen sitzen, tauscht Friseurmeister Rudolf Klasna Schere gegen Grillzange. Er bietet ganzjährig kreative Grillkurse und Grillevents an.

Rudolf „Rudolfo“ Klasnas Passion begann im Alter von 21 Jahren auf dem heimischen Balkon. Haute er das Fleisch damals auf einen einfachen Elektrogrill, fällt die Wahl des bevorzugten Utensils heute bedeutend schwerer. Der hauptberufliche Friseurmeister besitzt sage und schreibe vierzehn Grills – vom einfachen Kugelgrill über den lokomotivartigen Barbecue-Smoker bis hin zu völlig abgefahrenen Modellen; darunter befinden sich beispielsweise Kamadogrills, ein fünfflammiger Gasgrill, Grilltonnen, Feuertonnen mit Plancha (einer glatten Platte anstelle des Grillrosts), ein 800-Grad-Oberhitze-Beefer, ein Steckerlfischgrill und natürlich die besonderen Glanzstücke: die „Everdures by Heston Blumenthal“, von dem britischen Sternekoch entwickelte Hightech-Grills mit so schönem Schnick-Schnack wie automatischem Drehspieß, elektrischer Heizspirale zum schonenden Entzünden der Holzkohle oder integrierter Rotisserie-Trommel.

Die technisch wie optisch aufwendigsten Modelle thronen in Rudolfos geräumiger Außenküche, die er sich zuhause in Oberaudorf eingerichtet hat. Er sagt: „Andere sporteln oder machen Musik, ich vebringe meine Freizeit am Grill.“ Sommer wie Winter tüftelt er an neuen Rezepten, versucht sich an ausgefuchsten Garmethoden oder bereitet sich und seiner Lebensgefährtin Sandra ihre Lieblingsgerichte zu. „Das dürfen auch einfache Spaghetti Bolognese sein oder Lachs auf Zedernholzplanke oder Lasagne aus dem Dutch Oven“, betont der grillende Friseurmeister. Hauptsache, er kann seiner Leidenschaft im Freien frönen. 

Da diese Leidenschaft im Laufe der Jahre so an Fahrt zugenommen hatte, beschloss der 47-Jährige schließlich, aus dem Hobby einen Nebenberuf zu machen. Unter dem Label „Rudolfos Grill and Chill“ bietet der „Lord of the Grill“, wie er sich augenzwinkernd nennt, Grillkurse und Grill-Events für Privatleute und Firmen. Die ganzjährig buchbaren Grillkurse in der angesprochenen Außenküche (im Winter sorgen Heizstrahler und -pilze für wohlige Wärme auch abseits der Gerätschaften) gestaltet Rudolfo als genauso launige wie informative Events. „Mir geht es darum, auch in den Kursteilnehmern die Leidenschaft für das Grillen zu entfachen und den Blick über den Tellerrand zu wagen“, sagt der kundige Grillmeister. Deshalb kommen ganz bewusst keine profanen Schweinenackensteaks auf den Rost. Stattdessen setzt Rudolfo die Kurse unter kulinarisch überraschende Motti.

Beim „Bayerischen-Barbecue“ beispielsweise „bastelten“ sich die Teilnehmer bayerische Burger zusammen. Dazu hatte sich der Oberaudorfer vom befreundeten Raublinger Bäcker extra Laugenburgersemmeln backen lassen; die Metzgerei Kürmeier aus Brannenburg (Rudolfo bezieht für seine Events ausschließlich das Fleisch vom Kürmeier) hatte ein besonderes Wurstbrät gemacht, das im Kurs zusammen mit Hackfleisch und Schweinsbratenfetzen zu den Burgerpattys verarbeitet wurde. Mit Emmentaler überbacken und selbstgemachter Soße darüber sowie einem zarten Knödelcarpaccio an bayerischem Dressing als Beilage wurde eine außergewöhnliche „Grillerei“ daraus. Um den Tag am Grill zu einem rundum unvergesslichen Erlebnis zu machen, lädt Rudolfo meist auch passende „Sidekicks“ als unterhaltsames Rahmenprogramm ein – von Livemusik über den Biersommelière bis hin zur Weinverkostung.

Die Firmenevents, Geburtstags- oder Weihnachtsfeiern werden nicht weniger spektakulär gestaltet. Bis zu 60 Personen kann Rudolfo begrillen – und dabei im Umfeld des kulinarischen Dreigestirns aus Fleisch, Fisch und Gemüse entweder nach eigenem Gutdünken originelle Kreationen auffahren oder auch auf besondere Wünsche der Gastgeber eingehen. Als optisches Schmankerl steht dem Grill-Guru in Kürze obendrein ein ganz besonderes Gefährt zur Verfügung: eine zur Grillstation umgebaute einzigartige Piaggio Ape – ab dem 1. November steht sie für Feierlichkeiten jeder Art bereit. Der italienische Dreirad-Transporter wird derzeit ausgeschlachtet und mit allerlei Grillausrüstung versehen. „Auf die Ladeflächen kommen Grilltonnen und ein fünfflammiger Gasgrill.Wir werden große Marktschirme an Bord haben, Stehtische und natürlich einen Kühlschrank“, erzählt Rudolfo, „und dank Unterbodenbeleuchtung und integrierter Soundbox können wir richtig für Partystimmung sorgen!“ Eine schöne Abwechslung zum Friseurberuf!

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