Flasche zu, Affe drauf

Julia Schuster

Aissatou Dramé mit ihrer Craft-Lemonade
Fotos: Andreas Jacob

Die M.A.T. Craft Lemonade aus Bad Tölz überzeugt mit fünf außergewöhnlichen Sorten und einzigartigem Geschmack.

Dichter Nebel umgibt den Blomberg. Außer Aissatou Dramé wagt es diesem Tag niemand, den Tölzer Hausberg zu besteigen. Aber was ist das? Eine große, dunkle Gestalt nähert sich bedrohlich. Ist es ein Mensch? Ein Tier? Ein mystisches Wesen? Durch den Nebel kann sie es nicht erkennen, bis er direkt vor ihr steht: ein riesiger Berggorilla, der ihr mit grimmigem Blick entgegen starrt, ehe er eine seiner mächtigen Pranken hebt – mit einer Limonadenflasche in der Hand.

Fünf Sorten M.A.T. Limonaden

Ein paar Eiswürfel, eine Scheibe Gurke, Zitrone oder Limette, Gin und Tonic-Water – fertig ist eines der beliebtesten alkoholischen Getränke: Gin Tonic. Doch warum muss es immer nur Tonic Water sein, fragte sich Aissatou Dramé eines Tages. Warum mixt man Gin nicht zum Beispiel mit einer eigens dafür hergestellten Craft-Limonade?

Beinahe zwei Jahrzehnte bewirtschaftete die Tölzerin den „Moarwirt“ in Hechenberg. Schon damals bot sie ihren Gästen eigene Limonaden an, hergestellt in der Kelterei Stadler in Piding. Nachdem sie den Moarwirt verließ, konzentrierten sich Dramé und Michael Stadler, der die Spezialitätenkelterei bereits in dritter Generation führt, auf die Produktion einer eigenen Limonandenlinie.

Innerhalb kürzester Zeit brachte das Team unter dem Namen M.A.T. fünf Limosorten heraus: Enzian, Salbei, Rosmarin, Gurke und Preiselbeere. Diese ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen entwickelten die beiden nach ihren persönlichen Vorlieben. Dramés Lieblinge sind Rosmarin und Preiselbeere. „Wir haben gewettet, welche Sorten am besten angenommen werden“, erinnert sie sich. Das Ergebnis: Rosmarin sei der klare Sieger, gefolgt von Preiselbeere, freut sich die Tölzerin. Alle fünf Sorten schmecken mit Gin, mit Vodka, als Schorle, pur oder als Spritzvariante. Lediglich Enzian sollte aufgrund seines sehr trockenen und bitteren Aromas nicht pur, sondern mit Gin auf Eis getrunken werden, empfiehlt Dramé.

Aissatou Dramé und Michael Stadler

„Unsere Limonaden enthalten jeweils nur vier Inhaltsstoffe, die allesamt aus der Alpenregion stammen“, verrät Dramé. Auf künstliche Aromen verzichtet M.A.T. „Bei uns werden ausschließlich frische Produkte verarbeitet“, betont die Geschäftsführerin. Das mache die Getränke auch so hochwertig. Die Salbei-Limonade beispielsweise bestehe ausschließlich aus Wasser, Auszügen der frischen und getrockneten Salbeipflanze, Zucker und Zitronensaft. Geschmacklich sind die Softdrinks angenehm mild und weniger süß als herkömmliche Limonaden. Die Sorte „Gurke“ kommt sogar ganz ohne Zucker aus.

Der Firmenname leitet sich aus den Vornamen der beiden Gründer ab: Sie sind das Michael & Aissatou-Team, kurz M.A.T., angelehnt an das englische Wort mad. „Das passt zu uns, wir sind auch ein bisschen verrückt“, sagt Dramé schmunzelnd. Deshalb ziert das Etikett auch jener grimmige Berggorilla. Dieser sei ihr damals im Nebel auf dem Blomberg erschienen, mit einer Flasche Craft-Lemonade in der Hand, behauptet die Tölzerin mit einem Augenzwinkern.

Erhältlich sind die Limonaden im Onlineshop und ausgewählten Feinkost- und Getränkeläden. „Unsere Craft-Lemonade ist alles andere als Mainstream, deshalb werden sie nur in ausgewählten Läden, Restaurants und Bars angeboten“, sagt Dramé. Besonders gefreut habe sie sich, dass „Feinkost Käfer“ als erster Kunde bei M.A.T. anklopfte.

Weil die Sorten vor allem für die Mischung mit Gin konzipiert wurden, ist die Limonade – ebenso wie Tonic-Water – nur in 0,25 l-Flaschen erhältlich. „Aber nicht jede Limonade schmeckt mit jedem Gin gleich“, weiß Dramé. Für die optimalen Kombinationen arbeitet das Unternehmen mit einigen lokalen Gin-Herstellern zusammen, unter anderem aus Gmund am Tegernsee.

Die Resonanz auf ihre Limonaden sei überwältigend. Da legt Produzent Stadler gerne die ein oder andere Nachtschicht ein, um „den Affen von Hand auf die Flaschen zu kleben“. Bevor weitere Geschmacksrichtungen entwickelt werden, wollen M.A.T. jedoch erst die bestehenden fünf Sorten weiter auf dem Markt etablieren. Obwohl die Limonaden durchweg positiv ankämen, sei dies gar nicht so einfach. „Die Getränkebranche ist ein Haifischbecken. Da muss man sich erstmal durchbeißen“, seufzt Dramé. Mittlerweile seien jedoch immer mehr Menschen von den Craft Lemonades und ihren verrückten Geschmacksrichtungen überzeugt.

www.matdrinks.com

Zurück