Farbenfrohes Duell der Fischer

himmeblau Redaktion

Fotos: Heimat- und Volkstrachtenverein Starnberg e. V.

Nur alle fünf Jahre: Wer erkämpft sich die Krone beim diesjährigen Prinzregent-Luitpold-Fischerstechen am Starnberger See?

Seit seiner Gründung im Jahre 1907 richtet der Heimat- und Volkstrachtenverein Starnberg e. V. alle fünf Jahre das historische Prinzregent-Luitpold-Fischerstechen in der Starnberger Bucht vor dem „Undosa“ aus. Dieses Jahr kämpfen die Berufs- und Sportfischer am Sonntag, 9. Juli um den heißbegehrten Titel des Fischerkönigs. Die Austragung der Zunftspiele reicht bis ins späte Mittelalter zurück. Der über ein halbes Jahrtausend alte Brauch geht – zumindest hier am Würmsee – auf die Gründung der „Fischeinigung“ zurück. Auf der Münchener Isar fand bereits 1530 ein Fischerstechen statt, das zu Ehren Kaiser Karl V. veranstaltet wurde. Gleichwohl hat sich das Spektakel in Starnberg zum bekanntesten seiner Art enwickelt. Aus heute nicht mehr bekannten Gründen standen die historischen Zunftspiele am Starnberger See nach einem Stechen im Jahre 1882 kurz vor dem Aussterben. Erst Prinzregent Luitpold rief den Brauch anlässlich des 1.000-jährigen Jubiläums des Heldentods des Markgrafen Luitpold (der 907 im Kampf gegen die Ungarn gefallen war) als nach ihm benanntes Fest zurück ins Leben.

Dem ebenfalls 1907 gegründeten Heimat- und Volkstrachtenverein Starnberg obliegt seither in Kooperation mit der Fischereigenossenschaft Würmsee die Ehre, das Fischerstechen alle fünf Jahre (mit Ausnahme in den zwei Kriegsperioden) in der Starnberger Bucht auszutragen. 

Seit 1952 sind auch Sportfischer beim Wettkampf erlaubt. Der heißbegehrte Siegertitel des „Fischerkönigs“ wird allerdings ausschließlich unter den ansässigen Berufsfischern ausgelobt. Bei den Wettkämpfen handelt es sich um ein echtes Turnier auf dem See, welches neben der Gaudi hohe Anforderungen an die Fahr- und Ruderkünste der Schiffleute stellt, wie auch bei den Stechern selbst größte Standsicherheit auf dem schwankenden Brett gefordert ist. Der Stecher darf das rückwärts am Flachboot befestigte Standbrett nicht verlassen, sucht er sein Heil im Boot, scheidet er ebenso aus, wie wenn er – als „Fisch“ gehänselt – ins Wasser plumpst.

Auch für die diesjährigen Wettkämpfe hat Herzog Franz von Bayern die Schirmherrschaft übernommen und einen Ehrenpreis für den Sieger zugesagt. Die Veranstaltung beginnt ab 11:30 Uhr mit Musik und Unterhaltung der Stadtkapelle Starnberg. Der „Einzug der Gladiatoren“ findet um 12:30 Uhr statt. Der Wettkampf beginnt mit dem Stechen der „Sportfischer“. Zwischen den Wettkämpfen präsentiert sich der Trachtenverein Starnberg mit traditionellen Tanzaufführungen. Die Preisverleihung findet etwa 16:45 Uhr statt.

Zurück