Eine Generation von „wuide Hund“

Das Projekt „Climbers Paradise“ hat sich mittlerweile zu einer beliebten Plattform für Kletterfreaks nicht nur aus Tirol entwickelt.

Petra Rapp

Foto: Andreas Jacob

Tirol. Der Hot Spot für Kletterer, vor allem das Kaisergebirge. Viele Stars des Klettersports sind hier groß geworden, holten oder holen sich im Kaiser den letzten Schliff für ganz hohe alpine Ziele. Kletter-Ikone Alexander Huber aus Trostberg samt Bruder Thomas und der Tiroler Guido Unterwurzacher sind hier oft gemeinsam unterwegs. Sie trainieren gerne am Schleierwasserfall in Going, wo Guido Unterwurzacher 1997 bereits mit zwölf Jahren seine erste Route im „Grad 9+/7c+“ meisterte. 2011 gelang ihm im Wilden Kaiser zudem 65 Jahre nach der Erstbegehung von Kletterlegende Hermann Buhl die erste Wiederholung und freie Begehung des „Original Buhlquergangs“. „Man merkt schon sehr, dass der Klettersport boomt und eine neue Generation von ‚wuide Hund‘ aus den Kletterhallen an die echten Felswände stürmt und sich auch immer mehr Anfänger an den Wänden tummeln“, stellt Guido Unterwurzacher fest.

Von den Tourismusverbänden wird der Sport ebenfalls stark propagiert. Konflikte zwischen den vielerlei Interessensgruppen bleiben da nicht aus. Das Projekt „Climbers Paradise“ versucht hier, allen Klettersportinteressierten nicht nur viel Service zu bieten, sondern auch als effektive Dialogplattform zu dienen. Vor fünf Jahren als kleines Projekt geplant, umfasst das „Kletterparadies“ heute 15 Regionen in ganz Tirol, über 5.000 Alpinkletterrouten, 3.000 Sportkletterrouten, 1.500 Boulderprobleme, zahlreiche Klettersteige und Eisklettermöglichkeiten.

Als die virtuelle Plattform schlechthin gilt www.climbers-paradise.com für die Tiroler Kletterszene. Neben klassischen Basisinfos wie Gebietsübersicht oder Anfahrt findet man hier alle Topos der 15 Climbers-Paradise-Gebiete in Druckqualität sowie weitere nützliche Angaben zu Bewertungen, Absicherung, Zustieg und vielem mehr. Darüber hinaus werden ergänzende Informationen zu den nächstliegenden Kletterunterkünften, Alternativprogramme, Kletterhallen sowie laufend aktuell Neuigkeiten, Foren und Community-Features geboten – alles kostenlos. Ganz neu können Boulderfreaks, Klettersteigfans, Eis-, Genuss- und Sportkletterer auch auf eine kostenlose App für ihr Smartphone zurückgreifen, mit nützlichen Features wie Routenbewertung, eine Klettertagebuch-Funktion und die Möglichkeit, der Community eigene Bilder und Videos zu präsentieren. „Auch Gefahrenmeldungen sind am Smartphone jederzeit abrufbar“, hebt Ulrich Huber, Climbers-Paradise-Projektleiter bei der Tirol Werbung, den weltweit einzigartigen Service bei der Präsentation auf der Wochenbrunner Alm am Wilden Kaiser hervor. Den kostenlosen Download gibt es ebenfalls auf www.climbers-paradise.com.

„Uns ist es wichtig, mit Climbers Paradise einen Ausgleich zu schaffen zwischen den verschiedensten Anspruchsgruppen. Allen voran natürlich zwischen Kletter-Urlaubern beziehungsweise Hobby-Kletterern sowie den ansässigen Locals, die seit Jahren die Philosophie des Kletterns leben und weiterentwickeln“, erläuterte Projektleiter Ulli Huber. Alex Huber wie auch Guido Unterwurzacher standen dem Projekt anfangs kritisch gegenüber. „Ich sehe das Ganze als Plattform der Kommunikation ohne Maulkorb und bin inzwischen überzeugt, dass hier alle Interessen vertreten werden“, meint Huber mittlerweile. Wie Guido Unterwurzacher hofft er, dass sich via „Climbers Paradise“ die Chance auf einen befruchtenden Austausch zwischen Kletter-Community und Tourismus eröffnet.

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