„Ein süßes Stück vom Glück“

Julia Schuster

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Faschingszeit ist Krapfenzeit. Die beliebte Autorin Véronique Witzigmann verrät ein köstliches Rezept für pikante Apfelkrapfen.

Und wieder beginnt ein neues Jahr. Viele Menschen machen sich zu diesem Anlass gute Vorsätze. Die einen möchten mit dem Rauchen aufhören, andere wollen abnehmen. Dafür eignet sich natürlich besonders die Fastenzeit gut, die mit großen Schritten immer näher rückt. Höchste Zeit also, davor noch einmal richtig zu schlemmen. Genau aus diesem Grund gibt es zur Faschingszeit die verschiedensten Leckereien. Eine dieser närrischen Gaumenfreuden ist der traditionelle Faschingskrapfen.

Der Name des Krapfens stammt wahrscheinlich aus dem Mittelalter. Ein längliches Gebäck mit zwei gebogenen Spitzen sollte die Menschen vor bösen Hexen und Geistern in der kalten Jahreszeit schützen. Die Spitzen beziehungsweise Krallen nannte man „Chrapho“ oder „Krapfe“. Angeblich sollen sogar schon die alten Ägypter ein ähnliches Gebäck zubereitet haben. Auch die Römer sollen ein Fettgebäck gehabt haben, das mit Honig gegessen wurde.

Der traditionelle Faschingskrapfen ist wohl zu Zeiten entwickelt worden, als die meisten Menschen eher arm waren. Denn so ein Krapfen war relativ billig herzustellen und gleichzeitig nahrhaft. Der Genuss des Gebäcks wurde von Geistlichen sogar empfohlen, um sich vor der Fastenzeit zu stärken. Woher der Brauch des Faschings-Krapfens wie wir ihn heute kennen tatsächlich stammt – mit den vielfältigsten Füllungen von Marmeladen über Nougat bis hin zu alkoholisch angereicherten Crémes (und manchmal zum Scherz Senf), mit bunten, köstlichen Zuckerguss-Häubchen bedeckt – ist allerdings nicht eindeutig zu bestimmen.

Zu seiner Entstehung haben sich vor allem zwei Legenden in den Köpfen von Naschkatzen festgebissen. Die eine erzählt von der Wienerin Cäcilie Krapf, die im 17. Jahrhundert die beliebten „Cillikugeln“ hergestellt haben soll, ein Gebäck mit eingemachten Früchten. Die andere Geschichte handelt von einem Berliner Zuckerbäcker, der um 1750 für die Soldaten von Friedrich des Großen ein Fettgebäck in Kanonenkugelform gebacken haben soll. Aufgrund der Herkunft des Bäckers soll es den Namen „Berliner“ erhalten haben – wie man das Siedegebäck vor allem in Nord- und Ostdeutschand nennt.

Und wo lassen sich nun Rezepte für leckere Krapfen finden? Denn selber backen macht schließlich Spaß und schmeckt doppelt gut! Die Münchener Autorin Véronique Witzigmann verrät himmeblau-Lesern auf den Folgeseiten ein außergewöhnliches Rezept: Ihre pikanten Apfelkrapfen gehen glatt als Hauptmahlzeit durch.

 

Rezepttipp: Pikante Apfelkrapfen

Für den Teig: Für die Füllung: Zum Ausbacken:
30 g Butter 350 g Bio-Äpfel (z. B. Boskop) 1 kg Rindertalg (z. B. Bos Food)
250 ml Milch 1 Prise Muskat  
20 g frische Hefe 2 frische Thymianzweige  
400 g Zucker 1 Prise Koriander  
520 g Mehl 1 Prise Majoran  
1 Prise Salz 1 Prise Piment  
3 Eigelb 1 Prise Salz  
Abrieb 1/4 Biozitrone          1 Prise Melange Noir (Pfeffermischung Ingo Holland)  
  1 EL Zitronensaft  

 
Butter zerlassen. Milch leicht erwärmen. Hefe zerbröseln und mit 2 EL Zucker in der Milch auflösen. In einer großen Schüssel das Mehl mit dem restlichen Zucker mischen. Salz, Eigelb, flüssige Butter, Hefemilch und Zitronenabrieb zufügen.
Alles zu einem glatten Teig verkneten. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen.

Teigkugel mit etwas Mehl bestäuben und die Schüssel mit einem Tuch abdecken. Für 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen (in dieser Zeit sollte sich das Teigvolumen verdoppelt haben).

Teig nochmals durchkneten und für weitere 30 Minuten gehen lassen.

Äpfel waschen, trocknen und mit einer Gemüsereibe das Fruchtfleisch rund um das Gehäuse grob abreiben. Den geriebenen Apfel in eine Schüssel geben und mit den Gewürzen pikant abschmecken. Mit Zitronensaft beträufeln und bis zur Verwendung abdecken.

Den Hefeteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 0,5cm dick zu einem Rechteck ausrollen. Die Apfelraspel darauf gleichmäßig verteilen und zum oberen Rand hin etwas Platz lassen. Den Teig eng von unten nach oben aufrollen.

Von der Rolle ca. 1,5-2 cm dicke Scheiben abschneiden. Die Scheiben mit etwas Abstand auf ein bemehltes Blech legen. Abdecken und für weitere 30 Minuten gehen lassen.

Den Rindertalg in einer Fritteuse oder einem geeigneten Topf auf 170/180° erhitzen. Die Schnecken vorsichtig in das Fett einlegen und auf beiden Seiten goldgelb ausbacken. Mit einer Schaumkelle aus dem Fett heben, auf Küchenkrepp setzen und abtupfen. Mit etwas Feigen Balsamico Chutney als Dip noch lauwarm verspeisen.

Guten Appetit!

 

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