Chiemsee Reggae Summer

Christian Topel

Fotos: mb Presse

Wenn jemand volljährig wird, dann steigt die Party des Lebens. Der Chiemsee Reggae Summer bildet da keine Ausnahme. Zum Achtzehnten des Festivals in Übersee warten viele Überraschungen auf die Besucher.

Endlich 18! Als der Chiemsee Reggae Summer 1995 erstmalig auf die Festival-Bühne trat, konnten sich wohl weder Veranstalter, Besucher noch Künstler vorstellen, dass das „Baby“ jemals so alt werden würde. Kräftig war’s zwar von Anfang an, doch von so mancher Kinderkrankheit blieb es nicht verschont. Letztlich hat’s überlebt und ist heute pumperlg’sund. Darum soll vom 24. bis 26 August auch eine richtig fette Geburtstagsparty steigen. Das nun erwachsene Kind hat im Laufe seines jungen Lebens einfach so viele Freunde gewonnen, dass eine Ein-Tages-Feier wie 1995 längst nicht mehr reicht!

Was wünscht man sich mit 18 außer einer fetzigen Fete mit angesagten Künstlern wie Gentleman, Shaggy, Sean Paul, Anthony B., LaBrassBanda, Tarrus Riley, Irie Révoltés, Samy Deluxe, Marteria, T.O.K., Tanya Stephens, Beenie Man, Jahcoustix, Jamaram, Sebastian Sturm und über 50 weiteren Bands? Eine geile Karre vielleicht? Bei aller Liebe – das wird nichts. Wer umsonst mit Bus und Bahn fahren kann, für beides einen eigenen Bahnhof hat, bekommt halt keinen Schlitten, der die Luft verpestet. Weitere Wünsche? Ein Schwesterchen womöglich? Kam schon vor fünf Jahren auf die Welt, hört auf den Namen Chiemsee Rocks und schlägt echt aus der Art. Rockig und frech, ein richtiges Gör eben. Wenn da mal nicht der Postbote dahintersteckt...

In Sachen Reggae bleibt’s im Freistaat ohnehin eher beim Einzelkind-Status, schließlich ist man in Bayern mit chronisch verfilzten Haaren nicht von jedermann immer gut gelitten – da bleibt die Aufzucht eher schwierig. Eine neue Bude wäre natürlich auch nicht schlecht. Tja, auch der Wunsch wurde längst erfüllt: Weil das Kind in den Anfängen ziemlich laut war, musste man ja schon nach zwei Jahren umziehen. Seither wurde aus dem Kinderzimmer ein Jugendzimmer, in dem heiße Musik lief, in dem geknutscht wurde, in dem man sich mit Freunden traf und tanzte. Weil’s gelegentlich beim Dach rein geregnet hat, wurden auch mal die bemoosten Fußbodendielen durchgetreten. Halb so schlimm! Jetzt ist ja längst alles neu befestigt, einige hundert neue Grünpfl anzen sind angeschafft worden, das sollte passen!

Auch wenn das Kind schon vieles hat, von dem andere in dem Alter nur träumen, gibt es – pssst – natürlich ein paar Überraschungen fürs Wiegenfest: Eine neue App für das Ich-Telefon und Android, einen eigenen Stromanschluss und vieles mehr – alles wird beim besten Willen noch nicht verraten – ein bisschen Ah und Oh muss schon sein. Und ein paar Dinge will man sich ja auch noch aufsparen für künftige Geburtstage, schließlich fängt das Leben mit 18 erst richtig an.

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