Burritos rollen nach Rosenheim

Christian Topel

Fotos: Burrito Company

In München längst Legende, sollen die „original kick ass Mission-Style Burritos“ der Burrito Company ihren Siegeszug fortsetzen. 

Burri- was? Burrito! Für die noch Unwissenden: Das Wort Burrito stammt aus dem Spanischen und bedeutet Eselchen. Freilich bekommt man in Läden wie der „Burrito Company“ keine Esel kredenzt. Dafür die gleichnamige Köstlichkeit aus der amerikanisch-mexikanischen Küche. Bei einem „Burrito“ handelt es sich um einen gegrillten Tortilla-Fladen, in den – ganz nach Gusto – verschiedene Zutaten gefüllt werden, ehe das Ganze, schön handlich zusammengerollt, zum Verzehr gelangt. Der perfekte Snack für Städter, die schnell etwas auf die Hand wollen. Die akurat gefalteten Burrito-Enden sollen den Ohren von Eseln ähneln – daher wohl die Bezeichnung, erzählt Michael Freismuth, Chef und Gründer der Burrito Company.

Mit Mexico haben allerdings weder der Jungunternehmer noch die beiden Münchener Filialen viel am Hut. Keine Sombreros also, sondern lässiger Surfer-Style. Holzmöbel, Skateboards, Indie-Mucke aus den Boxen. Der Look wird logisch, wenn man sich a) vergegenwärtigt, dass Burritos streng genommen keine mexikanische Erfindung sind, sondern eine von kalifornischen Hispanics; und man b) bedenkt, dass Michael Freismuth just in Huntington Beach einen Teil seiner Studienzeit verbrachte.

Um daraufhin die Idee zu seinem „original kick ass Mission-Style Burrito“ mit nach Deutschland zu bringen. Ohne Zweifel: im ersten Moment die klassische Schnapsidee, geboren aus dem nächtlichen Hunger während einer Beachparty. Allerdings fand Freismuth die Idee auch anderntags, nüchtern, noch gut. Sie gor und gor, bis sich Freismuth zurück in Good old Germany an die Ausarbeitung eines Business Plans machte, der gleichzeitig als Diplomarbeit herhalten sollte. (Als endlich eine Professorin gefunden war, die das Projekt zuließ.)

Die Umrisse der „Burrito Company“ schwarz auf weiß vor sich, stand schnell fest, dass es nicht bei der grauen Theorie bleiben sollte. Freismuth und sein damaliger Partner durchforsteten ganz München nach einer geeigneten Location. Nach anderthalb Jahren der intensiven Suche war es dann endlich soweit: Ein Standort war gefunden. Startkapital? Nada. Freismuth lieh sich die notwendigen Kröten von lieben Freunden und der Familie. Jetzt ging es „nur“ noch darum, das Lokal zu einem Ort zu machen, der kalifornischen Lebensstil, urbanes Interieur und ein zeitgemäßes Gastronomiekonzept miteinander verbindet. Urlaubsfeeling mitten in München quasi. Also wurde fleißig selbst Hand angelegt und mit viel Liebe, Schweiß und Kreativität ein kleines, aber feines Lokal erschaffen, das an Coolness wohl kaum zu überbieten ist. Die improvisierte, aus an die Decke „gespaxten“ Schreibtischlampen bestehende Deckenbeleuchtung dürfte zu den meistfotografierten Leuchtobjekten der Stadt gehören.

Schicke Einrichtung schön und gut, aber was ist mit der Hauptzutat der „Burrito Company“, den Burritos? Freismuth hatte kaum Erfahrung am Herd. Um die perfekte Füllung zu gestalten, düste er kurzerhand heim zu Mutti. Gemeinsam entwickelten die beiden eine schmackhafte Füllung, die ganz ohne Geschmacksverstärker auskommt (und auch etlichen Testessern aus dem Freundeskreis mundete). Und das gilt bis heute: In die Rollen kommen nur frische, hochwertige Zutaten, die Gäste sich übrigens – neben den Basics Rinderhack, mariniertes Hühnchenbrustfilet oder vegetarisch mit Paprika, roter Zwiebel und Feta – individuell zusammenstellen dürfen! Dazu füllt man einfach eine Bestellkarte aus. Darauf kreuzt man an, was alles in den Tortilla gepackt werden soll, schreibt seinen Namen darauf und gibt sie am Tresen ab. Es beginnt: die Magie in der Küche. Das Küchenteam, das Freismuth augenzwinkernd „Rollmaschinen“ nennt, angelt sich die Karte und beginnt, Zutaten wie Kidney-Bohnen, Mais, Salat, Käse, Salsa, Sour Cream oder Guacamole in den Fladen zu packen. Sobald der Burrito fertig ist, wird der Name des hungrigen Bestellers aufgerufen und es kann gespeist werden. Natürlich gibt es auch die Variante „zum Mitnehmen“.

Nach dem Erfolg des ersten Ladens in der Augustenstraße (Eröffnung 2013) hat sich die Burrito Company auch in der Baaderstraße bestens etabliert. „Außerdem“, verrät Michael Freismuth, „wird Ende August unser erster Laden in Rosenheim eröffnen.“  In der Innstadt wollen die Macher – neben dem besten Imbiss der Stadt  – ebenfalls zu einer Art Szenetreff für Kreative werden. Die Münchener Stores dienen nämlich regelmäßig als Ausstellungsfläche und Ort für lässige Kollaborationen. „Riot Surfboards“ beispielsweise habe drei Surfboards im Burrito Company Style geformt, erzählt Marketing-Chef Philipp Siefken, und den Entwicklungsprozess dann im Rahmen einer Fotodoku im Laden gezeigt. Er selbst habe dieses Jahr einen mehrwöchigen Snowboard-Trip mit einem Kollegen und weiteren Freunden fotografisch begleitet und diese Fotostrecke ebenfalls in einer kleinen Ausstellung zelebriert. Für Freismuth geht mit dem kommenden Laden abermals ein Traum in Erfüllung. In Rosenheim hat er studiert. 

www.burrito-company.de

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