Beeindruckende Böden

Christian Topel

Fotos: Andreas Jacob, Singhammer Bodensysteme

Die Basis waren und sind herkömmliche Estriche. Obendrein stehen Singhammer Bodensysteme für architektonisch außergewöhnliche Designböden.

Kalt, grau, monoton, monströs: Viele Jahre galt Beton als genauso wuchtiger wie billiger Baustoff; die Sichtbetonbauten vor allem der 1970er Jahre mit ihren einheitsbreiigen Wohnblöcken gelten gar als architektonische Schandflecken städtischer Randbezirke. Doch mit dem Einsatz von Farbpigmenten, Zuschlägen und neuen Techniken der Oberflächenbehandlung konnten insbesondere Estrich- und Betonböden ihr unwohnliches Image buchstäblich aufpolieren. Umso mehr, als moderne Architektur auf Purismus und Minimalismus setzt – und in den neuen Gesichtern des Sichtbetons perfekte Gestaltungsmöglichkeiten findet.

Das in Rimsting am Chiemsee gelegene Familienunternehmen „Singhammer Bodensysteme“ gehört einerseits zu den Pionieren bei der Herstellung und Anwendung von klassischen Estrichen (zum Beispiel im Wohnungs- und Objektbereich, für Industrie und Gewerbe sowie in Tiefgaragen), andererseits erfreuen sich Bauherren und Architekten an der unermüdlichen Innovationskraft der Chiemgauer. Wo sich heute mehrere Lager- und Produktionshallen aneinanderreihen, hat Franz Singhammer sen. das Unternehmen 1965 gegründet – in einem zugigen Holzverschlag und mit nicht viel mehr Ausrüstung als einem einfachen Gussasphaltkocher. Keine zehn Jahre später beschäftigte Singhammer bereits über 50 Mitarbeiter.

Als bahnbrechend darf man die Entscheidung bezeichnen, Estrich nicht mehr nur als Unterbelag zu behandeln, sondern als sichtbares, gestalterisches Element. Die ersten Design-Estriche und dekorativen Beschichtungen dieser Art verlegte der Betrieb vor rund 15 Jahren. Es war Franz Singhammer junior, der diesen frischen Wind einbrachte. Heute gehören Singhammers bayern-, wenn nicht deutschlandweit zu den führenden Produzenten und Anbietern jener zementbasierten Designböden. Dabei, erklärt Tobias Singhammer, der in der dritten Generation die zukunftsweisende Kreativität fortführt, handele es sich um geglättete Estriche der unterschiedlichsten Art – ob nun geschliffen oder ungeschliffen, mit speziellen Kornzuschlägen oder mit Farbpigmenten angereichert. Die Nachfrage, so Singhammer, steige nicht nur im Gewerbe oder für große Flächen, sondern auch für Wohnräume stetig. Kein Wunder: So ein Designboden erweist sich nicht nur als strapazierfähig, unempfindlich und pflegeleicht. Obendrein machen individuelle Verarbeitungstechniken und unterschiedliche mineralische Zusammensetzungen jeden Beton-estrich zur Augenweide und zum Unikat zugleich. „Das gibt gehobenen Innenräumen unzählige Gestaltungsmöglichkeiten“, betont der Juniorchef und ergänzt: „Freilich ist so ein Boden auch fußbodenheizungsfreundlich.“

Als optimale Ergänzung bezeichnet Tobias Singhammer dekorative Beschichtungen auf Zementbasis, die sich speziell für Wände eignen – und zwar auch von Nassräumen! „Auf Wunsch können unsere Fachmänner also ein ganzes Bad buchstäblich aus einem Guss anbieten, völlig ohne Fliese“, so der studierte Volkswirt. Apropos Beschichtungen: Singhammer Bodensysteme kann dabei eine schier unendliche Farbauswahl bieten, darunter auch so ausgefeilte Optiken wie die von Metall. Sieht haargenau aus wie Cortenstahl, ist magnetisch, färbt aber nicht ab. Somit ermöglicht die Vielfalt vorhandener Designböden und innovativer Beschichtungen letztlich eine einzigartige und vor allem durchgehende Gestaltung – vom Wohnzimmer über den Flur bis hin zu Küche und Bad.

Ihr Gespür für Trends haben die drei Singhammers auch mit der Einführung ihrer aktuellsten Errungenschaft wieder bewiesen. Innenarchitekten lieben derzeit die Kombination aus Holz und Beton. Dementsprechend gerieten die Rimstinger in den letzten Jahren immer wieder in die Situation, dass Bauherren im Erdgeschoss einen Estrich oder eine Beschichtung einplanten, während in den oberen Stockwerken Holz dominieren sollte. Oft kam dann die Frage auf, warum ein Unternehmen, das am Haus die komplette Kette von der Dämmung über die Abdichtung bis hin zu normalen oder Design-Estrichen anbietet, ja sogar Treppen beschichtet, nicht auch die Verlegung eines Holz-Parketts übernehmen könne.

Um diesem wachsenden Bedürfnis gerecht zu werden, hat sich Singhammer Bodensysteme mit einem renommierten Parkettlegemeister und einigen wenigen, exklusiven Lieferanten zusammengetan. Seit etwa einem halben Jahr muss für den derzeit beliebtesten Materialmix also kein zusätzlicher Handwerksbetrieb mehr engagiert werden. „Unser Fokus liegt natürlich weiterhin auf Estrichen“, erläutert Tobias Singhammer. Wer in den Genuss eines Parketts kommen wolle, müsse schon auch auf den Singhammerschen Estrich setzen. Aber das dürfte ja ohnehin nicht zur Debatte stehen, wenn man nach bodenständiger Schönheit strebt.

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