Aus Liebe zum Tier

Julia Schuster

Fotos: Andreas Jacob

Die Herrmann’s Manufaktur in Glonn vereint hochwertiges Futter für Hunde und Katzen mit Bioqualität.

Für manche ist es nur ein Trend, für viele andere eine Lebenseinstellung: Immer mehr Menschen setzen auf eine gesunde Ernährung aus Bio-Lebensmitteln. Eine artgerechte Tierhaltung und ungespritztes Obst und Gemüse stehen hierbei im Fokus. Was für unsere Ernährung gilt, sollte bei unseren Haustieren nicht anders sein, findet Erich Herrmann, Gründer und Geschäftsführer der Herrmann’s Manufaktur in Glonn im Landkreis Ebersberg. Die Firma hat sich als eine der ersten in Deutschland auf die Produktion von Hunde- und Katzenfutter in Bioqualität spezialisiert.

Die Idee, Biofutter herzustellen, hatte Herrmanns verstorbene Frau, als deren Hunde unter Magenproblemen litten. Weil sie auf dem Markt kein geeignetes Futter fand, schwang sie schließlich selbst den Kochlöffel für ihre Vierbeiner. Um die Halter anderer Hunde mit ähnlicher Symptomatik zu unterstützen, entwickelte das Ehepaar eigene Rezepturen und ließ diese in regionalen Metzgereien fertigen. Zu viert füllten sie damals in einem Keller in Ottobrunn bei München die ersten Dosen ab. Mittlerweile ist das Unternehmen deutlich gewachsen und beschäftigt ein rund 50-köpfiges Team.

Aber warum Bio? „Wir waren Aliens, weil wir Hundefutter in Bioqualität herstellten“, erinnert sich Herrmann. „Damals war Bio-Tiernahrung etwas für Spinner.“ Doch es war und ist ihm bis heute ein Herzensanliegen, dass auch Nutztiere ein glückliches Leben haben. „Tierliebe sollte nicht beim eigenen Haustier enden“, findet der 46-Jährige. Außerdem seien die Zutaten hochwertiger, da das Fleisch keine Antibiotika, aber aufgrund artgerechter Haltung und Fütterung mehr Omega-3-Fettsäuren enthalte. Auch die nicht-tierischen Inhaltsstoffe sind frei von Pestiziden und anderen chemischen Spritz- und Düngemitteln, aus kontrolliert ökologischem Anbau.

Erich Herrmann

Weil die richtige Ernährung einen maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit der Vierbeiner hat, setzt die Herrmann’s Manufaktur auf ein ausgewogenes Zusammenspiel aus Fleisch, Obst, Gemüse, Kräutern und Ölen. „Füll- und Farbstoffe sowie Chemie als Zusätze sind für uns tabu“, sagt Herrmann. Testesser sind die zahlreichen Bürohunde, die täglich fleißig in der Manufaktur „mitarbeiten“.

Um auch auf die Bedürfnisse von allergischen Hunden und Katzen einzugehen, enthält jede Rezeptur nur eine Proteinquelle. Denn Futtermittel-unverträglichkeiten bei Haustieren werden wie beim Menschen immer häufiger. Die Rohstoffe bezieht das Unternehmen überwiegend aus der Region. Damit die wichtigen Vitamine der natürlichen Inhaltsstoffe nicht verloren gehen, setzt die Manufaktur auf die besonders schonende Kaltabfüllung. Dabei wird das Produkt kalt in die Dose gegeben, die anschließend homogen verschlossen und erst als letzten Schritt erhitzt wird. So können sich Vitamine und Nährstoffe nicht mehr verflüchtigen, was bei der häufig verwendeten Heißabfüllung der Fall wäre. „Das ist in der Herstellung zwar teurer, aber Profit zu machen zum Leidwesen der Haustiere ist für mich keine Option“, sagt Herrmann.

Ein besonderes Herzensthema ist dem Manufakturinhaber der Tier- und Umweltschutz. Deshalb unterstützt er verschiedene Tierhilfsorganisationen wie Tierheime und -tafeln mit Futterspenden. Für die Umwelt hat Herrmann den Betrieb in Glonn mit einer Wasser-Recycling-Anlage ausstatten lassen. Rund zwei Millionen Liter Wasser werden damit pro Jahr eingespart. „Wir wollen mit der Herstellung einen möglichst schonenden Fußabdruck hinterlassen“, fügt Herrmann hinzu.

Somit bietet die Herrmann’s Manufaktur eine echte Alternative zu handelsüblichem Tierfutter. Dank der genau deklarierten Zutaten weiß der Hunde- oder Katzenbesitzer genau, was im Napf seines Lieblings landet und kann die Mahlzeit mit bestem Gewissen füttern.

Zu kaufen gibt es das gesamte Sortiment im Onlineshop sowie in ausgesuchten Tierbedarfsgeschäften. Aber Vorsicht! Hat Ihr Liebling einmal das feine Biofutter gekostet, wird er zukünftig kräftig mitbellen bzw. -miauen wollen, wenn es um die Frage geht, was auf dem Speiseplan stehen soll.

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