Auf was Sie beim Sporteln in der freien Natur unbedingt achten sollten

Christian Topel

Foto: Wössner

Ob Biken, Wandern oder sonstige Ausdauersportarten im Freien – die sportliche Betätigung in der Natur fällt vielen von uns um ein Vielfaches leichter als das Training in der Turnhalle oder in einem Studio. Die vermeintlich positiven Wirkungen des Outdoorsports auf unser psycho-physisches System sind wohl allen bekannt. Sport im freien versorgt uns mit viel Sauerstoff und die Sonnenstrahlung setzt eine Vielzahl verschiedener positiver Prozesse in Gang. Sport im Freien ist einfach toll und viel gesünder. Doch stimmt diese These noch?

Wurde vor einigen Jahrzehnten Sport an der frischen Luft nahezu aufdringlich empfohlen, so muss dies heute, aufgrund veränderter Umweltbedingungen, kritisch betrachtet werden. Der Grund dafür ist unter anderem einem erhöhten Aufkommen von freien Sauerstoffradikalen zuzuschreiben, die Körperzellen schneller Altern lassen, Entzündungen fördern und Arteriosklerose begünstigen. Dieses Phänomen wird in der Wissenschaft „oxidativer Stress“ bezeichnet und steigt mit Erhöhung der Atemfrequenz und Dauer der Anstrengung im Freien stetig an. Doch keine Angst, Sie müssen nicht auf die Biketour oder die Bergwanderung verzichten, denn um den „oxidativen Stress“ erfolgreich zu bekämpfen, hat der Organismus verschiedene Reparatur-Mechanismen zur Verfügung. Trotzdem sollten Sie beim Sportlern im Freien auf ein paar Dinge achten, damit Sie die positiven Effekte von Radfahren & Co. in der freien Natur auch wirklich gesundheitsorientiert nutzen können.

Wissenschaftliche Tipps für den Sport im Freien: 
1. Steigerung der antioxidativen Kapazität: Die Toleranz sowie die Abbaurate von freien Radikalen kann trainiert werden. Durch allmähliche und stufenweise Steigerung der Trainingsbelastung erhöhen Sie Ihre Radikaleliminierung. Dies macht sich zwar nicht in einem höheren Leistungsniveau bemerkbar, jedoch aber in einer schnelleren Regenerationszeit nach dem Sport und einer niedrigeren Verletzungsanfälligkeit. Ein zu intensives und langes Training an einem schönen Sommertag nach einer längeren Winterpause, ohne langsame Gewöhnung an die äußeren Natureinflüsse, wirkt sich negativ auf Ihre Zellen aus. Führen Sie deshalb die ersten Biketouren oder Wanderungen gemütlich und nicht allzu lange durch, ehe Sie sich von Woche zu Woche allmählich steigern.

2. Ausreichend Versorgung mit antioxidativen Vitaminen: Die Zufuhr von antioxidativen Vitaminen ist in den Sommermonaten unerlässlich. Sportwissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Vitaminkonzentration bei intensivem Belastungen in der freien Natur schneller aufgebraucht ist als bei der gleichen Betätigung in einer Halle. Aus diesem Grund sollten sie auf eine ausreichende Aufnahme von Vitamin A, E, C und Beta-Carotin achten. Vor allem bei intensiven Ausdauersportarten empfiehlt es sich, an heißen Tagen den empfohlenen Tagesbedarf um 10 bis 15 Prozent zu überschreiten. Weintrauben, Beeren oder Granatapfelkerne haben eine besonders hohe antioxidative Wirkung und können in den Sommermonaten vermehrt verzehrt werden.

3. Verminderung des Alkoholkonsums und Vermeidung von Rauchen: Ein einziger Zug aus einer Zigarette überflutet die Lunge mit Billionen freier Radikale. Treffen diese mit den Radikalen aus der freien Natur zusammen, potenziert sich der oxidative Stress enorm, so dass auch die Vitamin-Prophylaxe keine Wirkung mehr entfalten kann. Eine ähnliche Wirkung hat auch Alkohol auf Ihren Organismus. So schön das Bier nach der Wanderung auf der Hütte auch ist, Sie sollten besser auf isotonische, zucker- und alkoholfreie Gertränke zurückgreifen. Andernfalls hätten Sie sich die Anstrengung gleich sparen können.

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