Auf Erfolgskurs dank Laura

Eike Schlüter

CFO Maximilian Grassl, CEO Tobias Jonas und CTO Anton Spöck (von links) stehen an der Spitze des Rosenheimer IT-Startups innFactory.
Fotos: Andreas Jacob

Das IT-Startup innFactory hat für die Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG den deutschlandweit ersten virtuellen Baufinanzierungsassistenten entwickelt.

Das Ziel war immer klar: Sie wollten ihr eigenes Ding machen, sie wollten eine Firma gründen. Tobias Jonas, Anton Spöck und Maximilian Grassl hatten sich während ihres Studiums an der Hochschule Rosenheim kennengelernt. Noch zu Studienzeiten entwickelten Informatiker Jonas, Wirtschaftsinformatiker Spöck und Wirtschaftsingenieur Grassl gemeinsam einen virtuellen Einkaufsassistenten. Gleich nach dem Abschluss kratzte das Trio dann sein Erspartes für die GmbH-Gründung zusammen und rief die innFactory ins Leben. Etwas mehr als zwei Jahre ist das jetzt her.

Heute sitzen der 27-jährige Tobias Jonas, der gleichaltrige Anton Spöck und der 28-jährige Maximilian Grassl im modernen Besprechungsraum des Digitalen Gründerzentrums „Stellwerk 18“ nahe des Rosenheimer Bahnhofs und schwärmen von einer Frau. Von Laura, ihrem bisher größten und wichtigsten Projekt. Den RoboAdvisor „Laura“ hat die innFactory über einen Zeitraum von zwölf Monaten gemeinsam mit der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee, der größten Genossenschaftsbank in Bayern entwickelt.

„Die Digitalisierung macht natürlich auch vor der Immobilienfinanzierung keinen Halt“, weiß stellvertretender Vorstandssprecher Mirko Gruber. „Studien und Kundenbefragungen zeigen, dass eine Mehrzahl der Baufinanzierer zwar vor Ort beim Berater abschließen, sich aber vorher im Internet umfassend informieren möchte.“

Seit dem Frühjahr 2019 unterstützt der deutschlandweit erste virtuelle Finanzierungsassistent Laura unter www.baufinanzieren-rosenheim.de alle Interessierten dabei, unter Berücksichtigung der Objektdaten sowie der laufenden Einnahmen und Ausgaben die optimale Finanzierungsrate zu ermitteln. Gleichzeitig warnt Laura vor relevanten Risiken wie finanziellen Engpässen während der Finanzierungsphase, aber auch vor möglichen Zinserhöhungen nach Ende der Zinsbindungsphase. Mittels des integrierten KfW-Rechners kann zudem der Anspruch auf öffentliche Fördermittel geprüft werden. Laura begleitet die Kunden in mehreren Schritten bei der Erstellung eines persönlichen Finanzierungskonzepts – und das alles individuell, smart und komfortabel. Anschließend kann der Kunde einen Termin mit einem beliebigen Berater der Bank vereinbaren, um seinen Finanzierungsplan zu besprechen.

„Laura“ ist das bisher größte und wichtigste Projekt der Softwareschmiede.

Von ihrer Zusammenarbeit zeigen sich sowohl das junge IT-Unternehmen als auch die traditionsreiche Genossenschaftsbank begeistert. „Wir glauben, dass diese Kooperation ein Paradebeispiel dafür ist, wie beide Parteien voneinander profitieren können: Die Geschwindigkeit und das technologische Know-how eines Startups gepaart mit der Marktexpertise und den Kontakten eines Big Players“, freut sich innFactory-CEO Tobias Jonas. Gemeinsam sei man nun dabei, den RoboAdvisor Laura auch an andere Genossenschaftsbanken in Deutschland zu vertreiben. „Die Einnahmen daraus sollen dann in die kontinuierliche Weiterentwicklung von Laura fließen“, unterstreicht Jonas.

Doch Laura ist längst nicht ihr einziger Schwarm. Das mittlerweile zehnköpfige Team der innFactory hat für die Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee auch die Direktvermarkter-App „Frisch vom Hof“ entwickelt. Die praktische und kostenlose App fürs Smartphone unterstützt die regionalen Erzeuger und ermöglicht es Verbrauchern, ganz einfach Hofläden, Hofcafés und Bauernmärkte in der Region zu finden. Zudem gibt es online unter der Adresse frischvomhof.regro.info ein Direktverzeichnis.

Das Rosenheimer Gründerzentrum „Stellwerk 18“ ist für die innFactory das ideale Umfeld, um weiter zu lernen und zu wachsen.

Natürlich unterstützt die Rosenheimer Innovations-Fabrik auch andere Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Prozesse. Für das ebenfalls im Stellwerk 18 beheimatete Bau-Startup „Tjiko“ hat die innFactory eine innovative Bauplattform für individuell konfigurierbare Badmodule programmiert. Besonders stolz ist das Team auch auf die neue mobile App der Starbulls Rosenheim, die gemeinsam mit den Fans und Verantwortlichen des Eishockey-Oberligisten entwickelt wurde.

Und die Zukunftspläne? „Wir wollen weiter wachsen, wollen Technologieführer werden und bleiben und weitere Projekte mit unseren Kunden umsetzen“, betont CFO Maximilian Grassl. Nach wie vor pflegt die innFactory eine enge Verbindung zur Hochschule Rosenheim und erfährt Unterstützung von einigen Professoren. Denn in noch einem Punkt ist sich Grassl mit seinen Mitgründern Tobias Jonas und Anton Spöck einig. „Wir sind alle sehr heimatverbunden und haben nicht das Ziel, irgendwann nach München oder Berlin abzuwandern. Wir möchten in Rosenheim bleiben, wir möchten in der Region und für die Region wirken.“ Auch hier liegt das junge IT-Startup mit seinen Partnern von der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee also voll auf einer Wellenlänge.

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