Auf die Pinsel, fertig, los!

Julia Schuster

Bemalte Schale
Fotos: Andreas Jacob

Im Keramikmalstudio Tausendschöne Lieblingsstücke in Rosenheim ist Kreativität gefragt: Ein himmeblau-Team wagte sich an Farbe und Pinsel. Heraus kam einzigartige Keramik mit persönlicher Note.

„Do it yourself“, kurz DIY, liegt bereits seit einigen Jahren wieder voll im Trend. Egal, ob aus Wolle, Stoff, Ton oder Holz – Selbstgemachtes ist immer etwas Besonderes. Wer jetzt an seinem handwerklichen Talent zweifelt, dem sei gesagt: Keramik bemalen kann jeder! Das zumindest verspricht Heike Staab, die in Rosenheim ein Keramikmalstudio betreibt. Dieser Behauptung wollen wir auf den Grund gehen und schicken ein kleines himmeblau-Team – dessen künstlerische Begabung vergleichbar ist mit der eines Sacks Kartoffeln – zum Malen.

Die Wände des Malstudios säumen Regale voller Farben und Rohkeramik. In der Mitte des Raumes stehen einige Tische und Stühle bereit. Nachdem sich jeder von uns für einen Keramikrohling entschieden hat, legen wir los. Heike steht uns währenddessen für Fragen zu Farben und Technik zur Seite. Denn wenn sich jemand damit auskennt, dann sie: Zwölf Jahre lang töpferte und kreierte sie Skulpturen, die sie auf Kunstausstellungen präsentierte und bildete sich weiter, ehe sie vor fünf Jahren den Laden in der Innstraße eröffnete. Inspiriert durch einen eben solchen Shop aus Amerika, wollte sie auch in Rosenheim einen Ort schaffen, an dem die Uhren langsamer ticken. Und das ist ihr gelungen. Während des Malens sinken wir in eine tiefenentspannte Konzentration, die uns den Alltag für eine Weile vergessen lässt.

Dank einfacher Techniken wie Stempeln oder Auskratzen kombiniert mit speziellen Lacken und Schablonen gelingt es uns tatsächlich, etwas Vorzeigbares zu kreieren. Unsere Werke sehen sogar richtig gut aus. „Das ist das Schönste an meinem Beruf: Leuten zu zeigen, welche verborgenen Talente in ihnen schlummern, obwohl sie es sich vorher nicht zugetraut hätten, so etwas Schönes zu schaffen“, sagt Heike. Dies erlebe sie auch immer wieder bei den Festen, die regelmäßig in ihrem Laden stattfinden: vom Geburtstag über den Junggesellinnenabschied und die Babyparty bis zur Firmenfeier. In geselliger Runde macht das Malen noch mehr Spaß. Wer lieber in aller Ruhe zuhause malen möchte, bekommt von Heike eine Mobilbox, gefüllt mit der Lieblingskeramik, Farben und Zubehör. Auch im Innkaufhaus in Wasserburg veranstaltet Heike regelmäßig Malworkshops.

Ein paar Tage später dürfen wir unsere frisch gebrannte Keramik endlich abholen. Heike hat Recht behalten. Keramik bemalen können sogar wir.

Heike Staab

Bevor wir die Pinsel schwingen dürfen, erklärt uns Heike Staab zunächst den Ablauf und stellt uns die verschiedenen Techniken vor. 

Mediaberaterin Regina

Auf Keramiktellern verschaffen wir uns einen ersten Überblick über unsere Möglichkeiten. 

Nachdem sich jeder für ein Keramikteil entschieden hat, beginnen wir mit der Grundfarbe. Drei Schichten tragen wir auf, damit die Farbe nach dem Brand ihren kräftigen Ton behält.

Auskratzen

Nach der Grundierung entscheidet sich jeder für eine Gestaltungstechnik. Nach dem Vorzeichnen mit Bleistift kratzt Redakteurin Julia eine Blume aus der blauen Farbe heraus.

Malen

Chefredakteur Christian bemalt sein rosa grundiertes Töpfchen mit weißen Streifen. Es soll nach dem Brand rot glänzen. 

Schablone

Mediaberaterin Regina verziert ihre Schale mit einer Pusteblume, die sie mithilfe einer Schablone hineintupft.

Stempeln

Auch stempeln ist auf hellen Grundfarben möglich: Hier entsteht ein hübscher Weihnachtsteller.

Fertig!

Nachdem wir geduldig ein paar Tage gewartet haben, dürfen wir unsere neuen, frisch gebrannten Lieblingsstücke abholen. 

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