Auf der Spur des Serienkillers

Christian Topel

Fotos: Andreas Jacob

Escape Games sind Thriller zum Mitmachen. himmeblau hat sich hinein gewagt. 

Menschen verschwinden. Männer, Frauen, spurlos! Unsere Spezialeinheit vermutet, dass ein Serienkiller sein Unwesen treibt. Nach jahrelangen Ermittlungen haben wir nun endlich einen Verdächtigen im Visier. Wir konnten sein Domizil ausfindig machen, ein Gespräch abhören. Und wissen: Die Zielperson wird gleich aufbrechen, um für eine Stunde unterwegs zu sein. 60 Minuten – mehr Zeit haben wir nicht, um Beweise für die Morde zu finden. Also stürmen wir. Und erstarren...

Die Schreckenskammer von Michael von Grafenstein liegt in einem Gebäude mitten in Rosenheim, im zweiten Stock über einem Modegeschäft. Und genauso wenig wie wir in Wirklichkeit eine Spezialeinheit bilden, haust hier ein Serienkiller. Vielmehr taucht unser Team (bestehend aus sieben Arbeitskollegen) ein in den hiesigen „Escape Room“, eine Art Echtzeit-Rollenspiel. Ursprünglich ging es bei diesen Kurzzeit-Abenteuern darum, sich in einen Raum einsperren zu lassen, um sich – indem man gemeinsam eine Reihe Rätsel löst – wieder zu befreien.

Ein Spaß, der aus der Computerspiele-Szene in die reale Welt und dann von Japan über Osteuropa nach Deutschland und Österreich schwappte. In München öffnete der erste Laden vor fünf Jahren, heute gibt es circa zehn. Deutschlandweit dürften es bereits über 100 sein. Die Dependance in Rosenheim sperrten Thomas Niedermaier (31) und Sascha Müller (30) Ende letzten Jahres auf. Beide waren selbst begeisterte Spieler, bis sie sich sagten: „Wir wollen was Eigenes aufziehen!“ Und Dependance, betonen sie, treffe in ihrem Fall nicht ganz zu. Zwar würden viele Anbieter als Franchisenehmer der Pioniere aus Budapest, der europäischen Hauptstadt der Flucht- und Rätselspiele, auftreten. Sie aber seien eigenständig!

Zwei Szenarien erwarten die Besucher des „Escape Room Rosenheim“ derzeit: Der zu überführende Serienkiller (Titel: „Blutrausch“) und eine Art Wettlauf um die Millionen der vestorbenen Großtante („Muriels Erbe“). Wie inzwischen die meisten Escape Rooms hat sich auch die Rosenheimer Variante insofern von den Ursprüngen entfernt, als es nicht mehr zwangsläufig darum gehen muss, aus den Räumlichkeiten zu entkommen. Die Teilnehmer (in der Regel Teams von zwei bis zehn Personen, Privatleute und Unternehmen) gehen meist gemeinsam auf eine Mission. Und um diese Mission zu erfüllen gilt es – mit dem Ticken des Sekundenzeigers im Nacken – versteckte Hinweise oder Schlüssel zu finden, knifflige Codes zu knacken oder über geheimnisvolle Mechanismen Türen und Schlösser zu öffnen. Besonders zielführend, sagen Thomas und Sascha, seien dabei Kommunikation und Teamarbeit! Es helfe ungemein, sich ständig abzusprechen, sich im Raum zu verteilen und alles, wirklich jedes noch so unscheinbare Detail, genauestens unter die Lupe zu nehmen.


Das Fieber packt uns schnell.
Wir schwärmen aus. Tragen alles zusammen, was nicht niet- und nagelfest ist und versuchen, einen tieferen Sinn dahinter zu entdecken. In die Rolle der Ermittler schlüpfen wir vor allem deshalb so leicht, weil der Raum verdammt realistisch gestaltet wurde. Im Schummerlicht der Taschenlampen streifen unsere Blicke über schaurige Details; Indizien, die keinen Zweifel zulassen: Wir befinden uns an einem Tatort. Doch wo finden sich hieb- und stichfeste (!) Beweise? Wo zur Hölle sind die Leichen?

Von der ersten Idee bis zum spielfertigen Raum haben die beiden Spielleiter mehrere Monate getüftelt und gewerkelt. Für die Umsetzung holten sie sich Profis dazu: Zimmerermeister, eine Bühnenbildnerin, Elektriker, Maler. Die Spielwelten von Escape Rooms gleichen liebevoll gebauten Filmsets oder Theaterbühnen. Und noch etwas kennt man aus dem Theater: den Deus ex maschina. Um Frust oder gar Tränen zu vermeiden („haben wir schon erlebt“), mischen sich die Spielleiter per Lautsprecher ein, wenn es gar nicht mehr voran gehen sollte. Oft genügt ein kleiner Tipp, um die Maschinerie wieder ins Rollen zu bringen. Als wir den, wie sich heraustellen wird, blutigen Fall gelöst haben, sind nur mehr ein paar Minuten übrig. Sascha gratuliert uns und rekapituliert, wo wir zu kompliziert vorgingen und wo wir besser um die Ecke gedacht hätten.

Auf jeden Fall sind wir angefixt. Euphorie strömt durch die Adern, ein wunderbares „Wir-Gefühl“ ist entstanden. Den Durst nach mehr werden Sascha und Thomas in ein paar Monaten stillen können. Zwei weitere Räume sind schon in Planung. Derweil weichen wir einfach nach München oder Innsbruck aus. Ob wir uns als Zombiejäger, Grabräuber oder Geheimagenten auch so gut machen? Finden wir´s raus. Die Uhr tickt.

 

 

 

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