Yuppies statt Hippies

Eike Schlüter

Fotos: Eike Schlüter

Keine Frage: San Francisco hat sich verändert. Für City-Urlauber an Attraktivität verloren hat die kalifornische Küstenmetropole aber keinesfalls.

Es ist ein einzigartiger Flair, der dieser Stadt ihre magische Anziehungskraft verleiht. Auch heute noch. „If you are going to San Francisco, be sure to wear some flowers in your hair“ sang Scott McKenzie einst in seiner Hommage an die bunte Westküstenmetropole. Doch die Blumenkinder der Sechziger und Siebziger Jahre sucht man hier heutzutage vergeblich, einzig im Stadtteil Haight-Ashbury drückt die Generation „Love and Peace“ noch einigen Straßenzügen ihren Stempel auf.

Die Hippies haben San Francisco längst den Yuppies überlassen müssen, den „Young Urban Professionals“. Durch die Tech-Giganten aus dem nahen Silicon Valley sind in den vergangenen Jahrzehnten Unmengen an Kapital in die Stadt geflossen. Die (Neu-)Reichen zieht es längst nicht mehr nur in die viktorianischen Villen rund um den Alamo Square. Beinahe jedes Stadtviertel präsentiert sich herausgeputzt. Und so zahlt man hier heute die höchsten Mieten in den gesamten USA, das Wohnen ist sogar noch teurer als in New York. Eigentlich unfassbar: Selbst ein sechsstelliges Jahresgehalt reicht am Golden Gate kaum mehr für ein Leben in der Mittelschicht. Dagegen erscheinen die Probleme am Münchner Wohnungsmarkt vergleichsweise harmlos.

Folglich ist auch ein City-Urlaub in San Fransisco nichts für den ganz kleinen Geldbeutel. Doch gerade in den Vorstädten finden sich auch jede Menge preiswerte Unterkünfte und Motels. Wer lieber zentral wohnt und auch das pulsierende Nachtleben der Goldenen Stadt in vollen Zügen auskosten möchte, findet beispielsweise im stylischen Yotel San Francisco eine bezahlbare Beherbergung. Erst im Vorjahr wurde das Hotel im historischen Grant Building direkt an der Market Street eröffnet.

Ein Vorteil für Städteurlauber: Auf den Mietwagen kann hier getrost verzichtet werden. San Francisco lässt sich ideal zu Fuß erkunden. Wem das Auf und Ab in der Stadt der 42 Hügel zu viel wird, der kann zwischendurch auf Bus und Bahn umsteigen – oder natürlich in die weltberühmten Cable Cars. Diese sind jedoch heute in erster Linie eine Touristenattraktion und daher gerade in den Sommermonaten oft hoffnungslos überfüllt. Schließlich zieht es Jahr für Jahr über 25 Millionen Besucher aus aller Welt in die nordkalifornische Küstenmetropole.

Ein absolutes Muss für jeden Touristen ist es natürlich, über die weltberühmte Golden Gate Bridge zu schlendern. Wer das Wahrzeichen San Franciscos von der City aus erreichen möchte, kann sich via Uber oder andere Anbieter einen der unzähligen E-Scooter oder Fahrräder mieten, die fast überall am Wegesrand stehen. Noch ein Geheimtipp ist dagegen das wirklich sehenswerte Walt Disney Family Museum im angrenzenden Golden Gate Park. Ganz ohne den Kommerz der Disney-Freizeitparks erfahren die Besucher hier alles über das Leben Walt Disneys und die Entstehung seiner legendären Comicfiguren und Filmklassiker.

Zurück in Downtown, lohnt sich für Kunstfreunde eine Stippvisite im futuristischen San Francisco Museum of Modern Art. Nach einem leckeren Käsekuchen auf der Dachterrasse der „Cheesecake Factory“ am Union Square geht es dann durch Chinatown runter an die Bucht zur „Fisherman‘s Wharf“. Neben zahlreichen Touristenattraktionen – von Maddam Tussauds über das „Aquarium of the Bay“ bis zum weltbekannten Pier 39 mit seinen vielen Seelöwen – locken hier jede Menge erstklassiger Restaurants mit frischen Meeresfrüchten aus dem Pazifik. Von Fisherman‘s Wharf aus starten auch die Schiffe rüber nach Alcatraz. Die berühmt-berüchtigte Gefängnisinsel, auf der einst Schwerverbrecher wie Al Capone einsaßen, ist heute als Teil der US-Nationalparks ein begehrter Besuchermagnet. Unser Tipp: Unbedingt frühzeitig bei Alcatraz Cruises vorreservieren!  

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